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Essay : Bocuse war ein Gothic! Druckoptimierte Version Schicke den Artikel an einen Freund
Geschrieben von Ecki Stieg am 20.10.2006 00:00 (9561 x gelesen)

Die Szene kocht!

Längst vorbei die Zeiten, in denen sich der gemeine Gothic von der zivilisierten Welt abgrenzen wollte, vorbei auch die Zeiten, in denen die Gothic-Gazetten versuchten, so etwas wie Individualität zu verkaufen.

Im Jahr 2006 ist Gothic zum Mainstream verkommen – und so ist es auch kein Wunder, wenn unsere aller Lieblingsgazette Zillo seiner Leserschaft die „Rocky“-DVD-Kollektion nahe bringt oder revolutionäre, neue Rubriken einführt, die selbst in der „Bäckerblume“ oder dem „Linsburger Kurier“ seit Jahrhunderten ausgemustert wurden:

„Kochen mit Prominenten“ – „Die Szene kocht!“ - Welch glorreiche Idee!
Gruftis kramen in ihrem verschimmelten Kühlschrank oder versuchen sich ganz einfach daran zu erinnern, wann sie vor Jahren ihre letzte warme Mahlzeit abseits von McDonalds oder Burger King zu sich genommen haben und stümpern einen Schlangenfraß zusammen, den man selbst halbverhungerten Kindern in der Sahel-Zone nicht als finalen Dolchstoss zumuten mag.

Was kommt danach? Abwaschen mit Covenant oder kollektives Erbrechen mit L’Âme Immortelle?

Wie dem auch sei:

In dieser Rubrik wird natürlich wie immer gelogen und phantasiert, dass sich die Balken biegen.

Wären die Protagonisten halbwegs ehrlich, würden ihre Rezepte ganz anders aussehen.




Zum Beispiel:

Chris Pohl

Der Dieter Bohlen der Gothic-Szene.
Kopf von Blutengel, Terminal Choice sowie ca. 186 weiteren Bands, deren Namen er selbst ständig vergisst.
Ist bekannt dafür, dass er sich vom Kinder-Gothic-Pop, Industrial bis hin zum Schlager für nichts zu Schade ist.

Folgerichtig ist sein Lieblingsgericht:

Eintopf

Ein immer wieder deftiger, schnell gemachter Imbiss für zwischendurch.

Zutaten:
Man nehme ca.
500 Gramm Computer-Preset-Sounds
70 Gramm unverdaute und falsch interpretierte Synthi-Pop-Historie der 80er Jahre.
80 Gramm grob geschnittener Gitarren-Samples
50 Gramm abgehangener Industrial-Klischees
2 Gramm englisches Sprachverständnis
70 Gramm Erotik aus dem Beate Uhse-Katalog und
2 Kilo Kajalstift.

Das alles gewürzt mit einer winzigen Prise musikalischen Talents. Hier bitte mit der Dosierung vorsichtig sein, da zuviel Talent das ausgewogene Geschmacksbild verzerren und zu schweren Magenirritationen beim Gourmet führen könnte.

Zubereitung:
Alle Zutaten roh und ungeschnitten in einen Topf.
Dann mit einem Pürierstab alles bis zur Unkenntlichkeit klein schreddern, bis auch der letzte Geschmack gewichen ist.
Dabei ständig kräftig rühren und vor allen Dingen Schaum schlagen.

Serviervorschlag:
Den ganzen Brei in einen großen Plastiktopf der Firma Out Of Line-Records kippen. Löffel rein für die Anzahl der Personen. Fertig!

Als Beilage eine Rothaarige und eine Blondine


Lacrimosa

Tilo Wolff, der Helge Schneider der Szene, der uns schon seit Jahren vor allen Dingen durch die Revolutionierung der deutschen Reimkunst und des Versmaßes in Verbindung mit pompösen, luftleeren, orchestralen Arrangements und der Sangeskunst seiner skandinavischen Betteinlage beeindruckt.

Sein Lieblingsgericht ist natürlich

Windbeutel mit finnischen Hexenkräutern

Ungenießbares zuckersüßes Gebäck mit Tränen treibender scharfer Kräutersoße

Zutaten:
Man nehme ca.
800 Gramm klein gehackten deutschen Duden
700 Gramm des Buches „Selber reimen leicht gemacht – Anfängerkurs“
2 willfährige Symphonieorchester
1 verstimmte E-Gitarre
2 Kilo schimmlige „Pop meets Klassik“-Historie der 70er Jahre
2 Kilo Karnevalsschminke
500 Gramm Spinnweben
und 1 finnische Kräuterhexe

Zubereitung:
Die Kräuterhexe so lange pressen bis sie quietscht und einen ätzenden, grünlichen Sud absondert.
Der kommt in ein gesondertes Schälchen.

Eine mittelgroße Pfanne mit der Karnevalsschminke ausstreichen, dort hinein die Gitarre, die Orchester und die schimmlige „Pop Meets Klassik“-Historie und bei oberster Stufe aufkochen lassen, bis alles zu einem sämigen Brei verschmolzen ist.
Danach leicht abkühlen lassen und mit dem gehackten Duden und dem Lyrik-Anfängerkurs durchmengen.
Den ganzen Teig zu übergroßen, achtminütigen Windbeuteln formen und ab in den Ofen
damit, bis sich die Windbeutel zu überdimensionaler Größe aufblähen.
Danach leicht abkühlen lassen, den finnischen Kräutersud drüber und fertig!

Serviervorschlag: Auf silbernen Teller und mit den Spinnweben garnieren.

Ein Tipp: Sollte nur in ganz kleinen Häppchen genossen werden.

Guten Appetit!


Steve Naghavi von And One

Für unseren Kleinen kommt eigentlich nur eins in Frage, nämlich der

Räuberteller

(Zur Information: Ein Räuberteller ist einfach ein kleinerer Teller mit nichts drauf.
Die Portionen sind in Restaurants immer so groß, dass für den Kleinen ein leerer Teller reicht, auf dem er leckere Sachen von den Portionen der Erwachsenen sozusagen räubern kann.
Das ist keine Erfindung, so etwas gibt es in zahlreichen Restaurants wirklich!)

In diesem Fall kann man sich Vorbereitung und Zubereitung komplett sparen.

Man schleppt den kleinen Steve einfach in ein Restaurant, wo einfach möglichst viel gut abgehangener, gern auch ranziger Depeche Mode, Nitzer Ebb oder DAF angeboten wird.

Hiervon bestellt man zwei gut gemischte Portionen – und der Kleine darf sie sich auf seinen Teller ziehen und zu einem lauwarmen Brei vermanschen, von dem er noch Jahrzehnte zehren kann.

Ronan Harris von VNV Nation

Für den stets gut gelaunten Iren kommt natürlich nur ein Gericht in Frage:

Guinness-Suppe

Zutaten:
5 Kilo zum Future-Pop vermanschte Sequenzer-Tracks
500 Gramm schlecht vergorene Krautrock-Historie mit viel altem Tangerine Dream drin
2 Kilo hochrotes Dauergrinsen
8 Fässer Guinness-Bier.

Zubereitung:
Von den 5 Kilo Sequenzer-Tracks immer soviel abschneiden, wie man gerade für ein Album oder eine Single braucht.

Diese Tracks in einem kleinen Topf frittieren und dann die Krautrock-Historie hinzufügen.

Das alles in ein Fass Guinness geben und dann mit dem Dauergrinsen garnieren.

Serviervorschlag: Im Fass!

Kleiner Tipp: Sofortiger Verzehr ist anzuraten, denn der Sud schmeckt bereits nach ein paar Stunden äußerst schal!


Tanzwut

Für die Könige der elektrisierten Spielleute kommt nur ein Gericht in Frage:

Gefüllter Dudelsack

Zutaten:
600 Gramm Rammstein
600 Gramm deutsches, meist unbekanntes Wald- und Wiesenliedgut, dessen Verfallsdatum schon seit Jahrhunderten abgelaufen ist.
600 Gramm selbstgebaute Instrumente
600 Gramm hochkomplizierte, neuartige Elektronik
und ein gut abgehangener, alter, ranziger Dudelsack.

Zubereitung:
Dudelsack ausnehmen, bis ihm die Luft ausgeht.
Sämtliche Zutaten in handliche Würfel schneiden, dabei bitte darauf acht geben, dass man beim Liedgut sämtliche Metaphorik soweit entfernt, dass es nicht den Geschmack verdirbt.
Diese Würfel dann in den Sack, zubinden und kurz in der Mikrowelle erhitzen.

Serviervorschlag:
Sack aufschneiden und jeder holt sich raus, soviel er möchte.
Da Tanzwut ca. zwei solcher Säcke pro Jahr produzieren, ist eine Übersättigung garantiert!

Eine Zubereitungsalternative wäre es, die 600 Gramm Rammstein und die 600 Gramm Elektronik einfach wegzulassen und dafür mehr mittelalterliches Liedgut reinzupacken.

Schmeckt dann etwas mehr nach Erde und nennt sich „Corvus Corax“


Peter Heppner von Wolfsheim

Tomatensoßen-Spender

Sozusagen der Ketchup-Experte der Szene.
Meint, bei möglichst vielen, vermeintlich unterschiedlichen musikalischen Schnellgerichten stets dabei sein zu müssen, genau wie der rote, in allen Geschmacks- und Verpackungsvariationen erhältliche Tomatenmatsch. Manchmal vordergründig etwas schärfer gewürzt (wie bei seinen unsäglichen Kooperationen mit Umbra Et Imago), manchmal nur fade und lasch (Schiller & Heppner) bis hin zu vollkommen geschmacksfrei (Mil?), aber stets ohne erkennbare Kopfnote - genau wie sein pseudo-kulinarisches und ursprünglich aus einem anderen Land importierte Pendant in der Kopfsteh-Flasche.

Zutaten:
100g Ketchup beliebiger Marke
einen Topf Sülze
1 beliebige Beilage, am besten naturbelassen und Rein(hardt)
1 Gänsefeder

Zubereitung:
Alles auf kleiner Flamme köcheln und - ganz wichtig - auf absolut identischen Tellern servieren.
Anschließend pro Delinquent (Gast) eine Flasche Absinth, die auch von Nöten ist, um wieder auf andere Gedanken zu kommen.

Warnung: Das Ganze liegt genau so schwer im Magen wie der auf Dauer unverdauliche, weil doch immer der gleichen Tonart verhaftete Gesang des Wolfs-Heimleiters.

Ernst Horn von Deine Lakaien und Helium Vola

10-Gänge-Menü

Zutaten:
1 Kilo akademisches Musikstudium
1 Kilo Virtuosität
1 Kilo komisches elektronisches Instrumentarium, das außer ihm nur noch Klaus Schulze bedienen kann.
Einen oder mehrere willfährige Lakaien
Einen Taktstock

Zubereitung:
Die ist leider kaum nachvollziehbar, da Horn seine Rezepturen nur ungern preis gibt und den Zugang zur Küche den anderen Mitköchen gerne verwehrt, da er weiß, dass zu viele von ihnen meist den Brei verderben.
Sei es bei der als Vorspeise gedachten Buchstabenminestrone „Johnny Bumms Wake“, an dessen dadaistischen Sprachbrocken man sich schon gut und gerne verschluckt, sei es der Zwischensnack „Qntal“, die deftigen Hauptgänge „Deine Lakaien“ und „Helium Vola“ oder Nachspeisen wie „Lili Marleen“, in denen gut und gerne schon mal die Reste vom Vortage neu aufgekocht und mit kruder Metaphorik garniert werden.

Serviervorschlag:
Ernst Horn kocht und serviert derart schnell, dass es nicht selten vorkommt, dass das neue Gericht schon auf dem Tisch dampft, noch ehe man den letzten Bissen des vorherigen verdaut hat.
Hier helfen nur noch Doggiepacks.
Gern verziert er seine Gerichte mit anmutigen Sängerinnen, dem Vogelnest von Alexander Veljanov – und in jedem Fall immer mit einem bestimmenden Taktstock!

Und zu guter Letzt:

Ecki Stieg

Kotzbeutel ? la Carte

Zutaten:
500 Gramm Frustration, darüber, dass er selber nie als Musiker erfolgreich wurde.
2 Kilo Gehässigkeit
80 Kilo Wahrheit

Zubereitung:
Alles in einen Topf packen und dem Publikum zum Fraß vorwerfen!

Ich hoffe, Ihr könnt es verdauen!

MAHLZEIT!

P.S. Wer noch weitere Rezeptvorschläge hat – her damit!
Bitte registrieren, wenn noch nicht geschehen – und dann auf „Kommentar“ klicken!
Wir sind gespannt!

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Die hier verffentlichten Artikel und Kommentare stehen uneingeschrnkt im alleinigen Verantwortungsbereich des jeweiligen Autors.

Mitglied Diskussion
Spontis Geschrieben am: 04.02.2009 15:15  Aktualisiert: 04.02.2009 15:15
Novize
Mitglied seit: 04.02.2009
aus:
Beitrge: 1
 Re: Bocuse war ein Gothic!
Sehr grandios mein lieber Herr Stieg. Obwohl mir ihre Rezepte nicht alle schmecken und durchaus noch ein wenig verbessert werden könnten, komme ich nicht daran vorbei den Wahrheitsgehalt ihrer Ausführungen zu loben.

Noch viel mehr lobe ich mir aber ihre kritische und durchaus subversive Schreibweise. Lange habe ich das, nicht nur in der deutschen Musikszene vermisst. Seit die Sounds nicht mehr die Sounds ist, kann kaum noch ein Magazin meinen Ansprüchen genügen.

Umso löblicher, das ich nun doch Ihre Seite entdeckt habe und teilhaben kann. Das sie als Musiker nie erfolgreich werden konnten, liegt höchstwahrscheinlich am übermäßigen Gebrauch von Wahrheit. Wahrheit zu sich selbst, Selbstkritik und zu vielleicht zu Hohe Ansprüche, gepaart mit einem sich verändernden Zeitgeist der "Szene" machen es Ihnen sehr schwer.

Geben Sie die Hoffnung nicht auf und beglücken Sie uns bald wieder einmal mit eines ihrer Rezepte.
 

Mitglied Diskussion
desiretodecay Geschrieben am: 09.06.2007 23:16  Aktualisiert: 09.06.2007 23:16
Novize
Mitglied seit: 01.09.2004
aus:
Beitrge: 5
 Das System ändert sich nicht...
Lieber Herr Stieg,
ich halte ihren Artikel im großen und ganzen für treffend.
Aber sehen sie nicht was hier vor sich geht?
Die Szene wird kommerziell ausgeschlachtet und in nicht allzu langer Zeit noch schlimmer ausgeschlachtet werden.
Und das ist die Masche, die man anwendet, wenn irgendeiner erkannt hat, dass Jugendbewegungen - egal ob politische oder unpolitische - finanziell sehr dienlich sein können. So war es mit den 68- ern, der Punkbewegung, der Hippie Ära, den Ravern ( späte 80-er). Irgendwann macht es >> jeder << und dies lässt die Grundidee, die ja immer irgendwo Andersartigkeit beinhaltet, zur Farce verkommen. Und ich glaube es war noch nie so leicht gewesen, schließlich verwechseln über 90 % der Anhänger der Gothicszene Toleranz mit Selbstschutz. Das ist ein großes Problem. Jedenfalls ist dieser Fakt ein weiteres Argument für mich, dass ich dieser Szene immer mehr den Rücken kehren werde. Ehrlich gesagt, kann ich an dieser Stelle nicht mehr lustig sein. Jene die hier lachenl, haben das noch nicht erkannt. Bitte sehen Sie meine Theorie nicht als vollendet an, es ist nur eine Reflexion.

Trotzdem: machen Sie weiter lieber Stieg.

Das ist der Satz bei dem ich bleibe.
 

Mitglied Diskussion
Eisschock Geschrieben am: 22.11.2006 01:56  Aktualisiert: 22.11.2006 01:56
Novize
Mitglied seit: 20.11.2006
aus:
Beitrge: 8
 Re: Bocuse war ein Gothic!
Hi Ecki,

endlich mal eine ehrliche Meinung. Rezeptvorschläge habe ich leider keine. Dafür aber ein dickes Kompliment: Dein Artikel ist herrlich direkt und in einem erfrischenden Stil geschrieben.

Ich dachte schon, dass es keine Leute mehr gibt, die ihren Verstand und damit ihr Hirn einsetzen. Das scheint aber nicht so zu sein. Dann gibts wohl doch noch Hoffnung. lol

Es ist wirklich grausam, in welche Richtung sich die "großen" Szenegazetten entwickeln. Im Prinzip unterscheiden sie sich nicht von den kommerziellen. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man schallend lachen. Nur leider bleiben der kreative Künstler und das Gehör der Zuhörer beim Einheitsbrei auf der Strecke.


Musikalische Grüße
Eisschock

P.S. Es geht auch ohne Ohrenkrebs: Eisschock
 

Mitglied Diskussion
atomicbull Geschrieben am: 03.11.2006 11:14  Aktualisiert: 03.11.2006 11:14
Stabsunteroffizier
Mitglied seit: 25.10.2004
aus: in den digitalen welten
Beitrge: 11
 Re: Bocuse war ein Gothic!
ich kann mich nur der Meinung meines vorredners anschließen.ich als alter depeche habe diese band doch schon seit jahren den rücken gekehrt,nur die alten songs erwecken die gefühle die ich einst hatte,ich habe vor kurzem suicide commando gesehen:man war das schlecht! son alt gewordener mann meint er müsse nachwievor die gleichen grimassen ziehen,das er dabei völlig bescheuert aussieht hat ihm wohl noch keiner sagen wollen,aber es passt zu seiner music (kein komplient!) dazu gehören alle die die nitzer nachmachen wollen ,es aber nie schaffen werden und immer der schlechte teil dieser szene sein (mein geschmack) vielleicht werde ich auch nur zu alt !? für meinen geschmack stirbt doch so langsam die anspruchsvolle gute music aus,die wenigen ,die sich wirklich noch mühe geben und mehr als 2 akkorde zustande bekommen ,kann ich nur die daumen drücken ...aber ecki ,seit übst du selbstkritik?? das ist mir neu ! hat das was mit deinem alter zu tun? ;) MFG atomic
 

Mitglied Diskussion
caballero Geschrieben am: 01.11.2006 18:59  Aktualisiert: 01.11.2006 18:59
Novize
Mitglied seit: 01.11.2006
aus:
Beitrge: 1
 Re: Bocuse war ein Gothic!
hola ecki,
natürlich hast Du Recht,aber es ist ein Generationsproblem.Jeder über 30 Jahre kann
nur den Kopf schütteln über so schwache Darsteller,
aber 16 bis 30- jährige finden das toll.
Schwer vorstellbar,aber die finden das toll!
Für mich heisst das mich,aus dieser szene, mehr und mehr,zu verabschieden und in andere musikrichtungen zu driften.
Aber Deine Kritiken über diese Experten sind
immer wieder herrlich!
gruss
el caballero
 

Mitglied Diskussion
Kroisch Geschrieben am: 27.10.2006 22:26  Aktualisiert: 27.10.2006 22:37
Novize
Mitglied seit: 05.06.2004
aus: Magdeburg
Beitrge: 5
 Re: Bocuse war ein Gothic!
------------------------------------------------------------
Diverse

Der große graue Brei

Zutaten (nach der Rezeptsammlung von Ecki Stieg):

100 kg Eintopf ? Chris Pohl
500 Windbeutel mit finnischen Hexenkräutern
200 Räuberteller ? Steve Naghavi
100 kg Guinness-Suppe ? Ronan Harris
300 gefüllte Dudelsäcke
200 Tomatensoßenspender ? Peter Heppner
50 10-Gänge-Menüs ? Ernst Horn
500 Kotzbeutel ? la Carte ? Ecki Stieg

Zubereitung:

Den Eintopf, die Guiness-Suppe und den Tomatensoßenspender in eine Badewanne gießen und alles gut vermischen. Die Windbeutel, den Räuberteller, die gefüllten Dudelsäcke und das 10-Gänge-Menü schreddern. Das Geschredderte unter gelegentlichem Rühren in die Wanne laufen lassen. Dann den Wanneninhalt mit mindestens 135 Tauchsiedern erhitzen bis alles brodelt. Noch einmal kräftig durchrühren, etwas abkühlen lassen und mit den Kotzbeuteln ? la Carte würzen.

Serviervorschlag:

Die Wanne mit dem Brei nach Entfernen der Tauchsieder in der Mitte eines vollständig gefliesten Raumes ohne Fenster aufstellen. Bei einer Breitemperatur von 38° C in die Wanne steigen. Sich geräuschvoll schlürfend, dann stöhnend und grunzend im Brei suhlen, bis man nach einiger Zeit endlich Teil des großen grauen Breis geworden ist.

Man genieße es!
 

Mitglied Diskussion
Kroisch Geschrieben am: 26.10.2006 22:15  Aktualisiert: 26.10.2006 22:15
Novize
Mitglied seit: 05.06.2004
aus: Magdeburg
Beitrge: 5
 Re: Bocuse war ein Gothic!
Gut, dass Ecki uns das Rezept für die "Kotzbeutel ? la Carte" nicht vorenthalten hat. Obwohl man sich über die dort angegebenen Mengenverhältnisse von Frustration, Gehässigkeit und Wahrheit streiten kann, wird durch diese Offenbarung sichergestellt, dass die zuvor dargebotene schwere Kost nicht auf den Magen schlägt.
Obwohl ich noch nicht in den sinnlichen Genuß aller im Artikel vorgestellten Kreationen gekommen bin, fand ich ihn sehr lustig!
 

Mitglied Diskussion
Roberto Geschrieben am: 26.10.2006 20:56  Aktualisiert: 26.10.2006 20:56
Novize
Mitglied seit: 06.06.2004
aus:
Beitrge: 3
 Re: Bocuse war ein Gothic!
"Menschentorte" von der Szene für die Szene - eine wahre Geschichte

Es war im März 2004, also lange bevor Zillo und Orkus ihre Gourmet-Spalten einführten: Kontrast tourten - im Gepäck ihr brandneues Album "Indsutrie<>Romantik" - im Vorprogramm von Illuminate quer durch die Republik. Und dann, am letzten Abend in der "Moritzbastei" zu Leipzig begab es sich:
Ein Unbekannter (nennen wir ihn der Einfachheit halber Matze) sprach mich an, als ich nach dem Auftritt am Verkaufsstand versuchte, den CD-Umsatz durch meine gnadenlose Präsenz anzukurbeln. Er, so Matze, arbeite an einem "schwarzen Kochbuch", das "im Herbst" erscheinen werde und in dem Prominente aus der Szene ihre Lieblingsrezepte veröffentlichen sollten. Ob wir (Kontrast) nicht auch ein tolles Gericht hätten, das wir den lesenden Feinschmeckern präsentieren wollten? Den Johannes von Illuminate habe er schon gefragt und der mache auch mit.
Na klaro: Ich sagte sofort zu!
Kaum zu Hause und das Bühnengerümpel wieder auf den Dachboden gewuchtet, machte ich mich gemeinsam mit Lexi sogleich daran, das Geheimnis der Zubereitung der in unserem damals ofenfrischen Clubhit "Nummer 1 in der Hölle" besungenen "Menschentorte" für die Nachwelt festzuhalten. Brühwarm übermittelten wir Matze auf elektronischem Wege unser Rezept - und hörten nie wieder etwas von ihm. Warum nur?
Leider verschwand unser Beitrag für das "Cookbook for dark desires" (so der Titel der Publikation, von der ich wirklich nicht weiß, ob sie je erschienen ist) auf ewig im Archiv. Aber eben doch nur fast. Denn dank des sehr unterhaltsamem Essays von Ecki war mir die mysteriöse Formel plötzlich erinnerlich und ich kramte sie wieder hervor.
Da ich hier aber leider keine Bilder posten kann, möchte ich an dieser Stelle ausnahmsweise auf unser Kontrast-Weblog http://www.einheitsschritt.de/wordpress verweisen. Dort gibt es also nicht nur das sagenumwobene Rezept der "Menschentorte" zu lesen, sondern auch gleich noch eine Abbildung des fertigen Produkts zu bestaunen.
In diesem Sinne höllisch guten Appetit!

Roberto
 

Mitglied Diskussion
emotional_epicentre Geschrieben am: 21.10.2006 11:49  Aktualisiert: 21.10.2006 11:49
Novize
Mitglied seit: 21.10.2006
aus:
Beitrge: 1
 Re: Bocuse war ein Gothic!
Sehr witzig und treffend!
Genial, Ecki!
 

Mitglied Diskussion
Clermac Geschrieben am: 21.10.2006 11:27  Aktualisiert: 21.10.2006 11:27
Stabsunteroffizier
Mitglied seit: 10.06.2004
aus: Weyhe bei Bremen
Beitrge: 21
 Re: Bocuse war ein Gothic!
Sisters of mercy in Nebel:
(läßt sich besonders bei festivals leicht aufwärmen)
man nehme:
- einen nach unten gestimmten alten säbelmeister mit integrierter sonnenbrille
- eine altersschwache drummaschine
- 2-3 beliebige, benebelte statisten
- handelsüblichen gitarrenrockverschnitt

gut durchmengen, dabei die statisten nicht hochkochen lassen. fehlenden nebel bei bedarf ergänzen.
und ganz wichtig: alles mit viel Ru(h)m vergangener tage übergießen, sodass man vom rest nicht mehr viel schmeckt.
 

Mitglied Diskussion
redsoxsupporter Geschrieben am: 26.07.2007 20:35  Aktualisiert: 26.07.2007 20:35
Novize
Mitglied seit: 24.07.2007
aus: Hannover
Beitrge: 1
 Re: Bocuse war ein Gothic!
danke
und ich habs immer gewußt, sisters waren aufm mera luna nie selber und schon gar nicht live auf der bühne *augenzwinker*

horrido und vollmondleuchten
 

Mitglied Diskussion
Transmission Geschrieben am: 20.10.2006 23:31  Aktualisiert: 20.10.2006 23:31
Novize
Mitglied seit: 20.10.2006
aus:
Beitrge: 1
 Re: Bocuse war ein Gothic!
(1) Kochen mit Von Thronstahl ? Schafshirn an brauner Soße

Zutaten:
1 Schafshirn
500 Industrial-Samples, die aus dem Abfall diverser Tonstudios zusammengeklaubt wurden
1 Fuder geriebener Schellackplatten aus Opas Marschmusiksammlung
Je eine vergilbte Ausgabe der ?Protokolle der Weisen von Zion? und der ?Deutschen Stimme?
Jede Menge braune Soße (zu beziehen bei Versandhändlern im Ruhrpott ? die Adresse können Sie dem letzten Verfassungsschutzbericht entnehmen).

Die Samples und den Schellack-Schredder im Mixer durchrühren und über das Schafshirn geben, anschließend die Masse in das vergilbte Papier einwickeln und das Ganze auf einem Kanonenofen so lange erhitzen, bis die letzte Gehirnzelle schön dunkelbraun geworden ist.

Anschließend reichlich braune Soße drüber ? fertig.



(2) Kochen mit Der Blutharsch ? Landser-Gulasch

Zutaten:
1933 Gramm Rind aus deutschen Landen
1 Dose Blut- und Boden-Wurst
50 g brauner Masse, die man nach einem Spaziergang in einer sächsischen Plattenbausiedlung unter den Wehrmachtsstiefeln abgekratzt hat
Die Reste der braunen Soße aus Menüvorschlag 1

Als Beilage: Eichenblätter, die man auf einem Soldatenfriedhof im Reichsgebiet gesammelt hat.

Die Zutaten willkürlich in die Gulaschkanone werfen, ordentlich Feuer drunter und für die Dauer eines strammen Geländemarsches gut durchköcheln.

Als Beilage reiche man ein EPA (für zivildienstleistende Vaterlandsverräter: das ist die berühmt-berüchtigte ?Ein-Mann-Packung? der Bundeswehr, ein Karton mit diversen Kleinteilen, die angeblich essbar sind).

Vorschlag zur Tischdeko: Je nach Geschmack mit NS-Devotionalien vom Flohmarkt garnieren.
 

Mitglied Diskussion
Partygrinch Geschrieben am: 20.10.2006 09:54  Aktualisiert: 20.10.2006 09:54
Novize
Mitglied seit: 06.09.2005
aus: 52.22 N 09.44E
Beitrge: 2
 Re: Bocuse war ein Gothic!
Das unterhaltsamste Frühstück welches man sich an einem Freitag wünschen kann! Bon appétit
 

Mitglied Diskussion
Grenzlaeufer Geschrieben am: 21.10.2006 21:25  Aktualisiert: 21.10.2006 21:25
Stabsunteroffizier
Mitglied seit: 09.06.2004
aus:
Beitrge: 24
 Re: Bocuse war ein Gothic!
Fronteintopf mit Funker Voigt

° 1 Alter Soldatenhelm
° 1 Knochen eines Kriegsopfers
° 1 Geklautes Huhn
° 1 Schuhsohle
° Pilze aus der Unterhose
° 1 Feldkocher

Aus einem russischen Dorf ein Huhn klauen, mit einem Flammenwerfer die Federn versenken und dann die Eingeweide rausreißen. Das arme Viech wird dann in kleine Stücke zerlegt und in den alten Soldatenhelm gegeben. Dazu gebe man noch Wasser was sich in den Mulden des Schützengrabens gesammelt und erhitze das ganze mit dem Feldkocher. Zur Verfeinerung wird das letzte Grünzeug was an der Front noch wächst als Kräuterersatz zugegeben. Um das Ganze etwas nahrhafter zu gestalten, kann man noch eine Schuhsole eines gefallenen Kameraden in Streifen schneiden und beigeben. Zur Verfeinerung kratze man noch einige Pilze aus seiner monatelang getragenen Unterhose und gebe sie hinzu. Dieser Feldeintopf wird so lang mit dem Knochen umgerührt bis der Feldkocher keinen Dampf mehr hat. Jeder Funker sollte das wohl runter bekommen, da er ja eh keinen Geschmack braucht. Wenn einen diese Mahlzeit früher umbringt als die Gewehrkugeln vom Iwan, war sie gut.
 

 
 DAC



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