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Interviews : goJA moon ROCKAH! Druckoptimierte Version Schicke den Artikel an einen Freund
Geschrieben von Ecki Stieg am 10.08.2007 12:00 (4112 x gelesen)



goJA moon ROCKAH!


Daniel Jahn ist der rührige Kopf hinter mittlerweile zahlreicher Projekten, von denen Menichal Servants sein erstes war.
Doch das neue Projekt goJA moon ROCKAH! scheint noch um einiges aufregender.
Mit Elektronation ist jetzt endlich das erste Album erschienen – ebenso wie die EP Sex Im Turnschuh exklusiv in unserem Shop erhältlich.
Zeit, genauer hinzusehen…


Zwei Herzen schlagen in Daniel Jahns Brust.
Die Mechanical Servants gehören trotz vieler illusterer Gastmusiker wie Kayaa Hoyda von Stendal Blast oder Nik Page mit Sicherheit zu dem persönlicheren Projekt, wohingegen goJA moon ROCKAH! zunächst als reines Funprojekt gestartet wurde, das aber schon sehr rasch ein Eigenleben entwickelte.
Gerade die unkonventionelle und unbemühte Herangehensweise geben der Musik eine gewisse Tiefe, die sich nicht zuletzt aus dem akribischen Research der Ideale des 80er Jahre Elektropops ergibt, der aber eben nicht in der hohlen Huldigung stereotyper Vorbildern oder der Götzenanbetung antiquierter Gerätschaften verharrt, sondern vielmehr die subtile Attitüde dieser Epoche transportiert, ohne sich bemüht als „retro“ zu definieren.
Im Gegensatz zu Menichal Servants zeichnet sich goJA moon ROCKAH! also eher durch Simplizität aus, besitzt dennoch eine humoristischen, comichafte Tiefe.
Ist dies „die andere“ Seite des Daniel Jahn - oder vielleicht sogar die wahre Seite?

Daniel Jahn: „Ich bin wahrscheinlich sowohl der stille Romantiker, als auch der großmäulige Zyniker.
Welche Seite überwiegt, ist meistens situations- und personenabhängig.
Dass goJA moon ROCKAH! im Gegensatz zu den eher gediegenen Menichal Servants so wild und ungebändigt klingen, liegt besonders an dem Umfeld, in dem die jeweiligen Songs entstehen.
Bei goJA moon ROCKAH! haben wir unsere ersten Songs zunächst ohne jegliche Anspruch aus dem Boden gestampft – für mich persönlich auch eine Gegenreaktion auf die Menichal Servants, wo ich versuche, immer mit sehr viel Anspruch zu arbeiten.
Das hatte etwas sehr befreiendes. Und innerhalb eines Monats ist aus der blöden Idee dann ein richtiges Projekt mit Niveau geworden.
Bei den Menichal Servants bin ich mehr auf mich allein gestellt.
Die Arbeit ist viel zielorientierter und abgeklärter.
Die goJA-Songs hingegen sind echter Rock’n’Roll und fast reine Freundschaftsproduktionen: Meine Kumpels und meine Familie – alle sind irgendwie im goJA-Clan involviert.
Das macht die Sache persönlicher und dynamischer.
Dennoch verlangt der Romantiker in mir hin und wieder nach ein paar neuen Menichal-Songs.“

Was mir an „Elektronation“ besonders gefällt, ist der Bezug zur Tradition des 80er Jahre Elektropops - gottlob aber eben nicht mit kultisch verklärten retrospektiven Klangmitteln, wie sie Welle:Erdball mittlerweile etwas überstrapaziert haben.
Was war der Ansatz, die Philosophie?

Daniel Jahn: „Einen wirklichen Ansatz gibt es eigentlich nicht.
Wir haben nie bewusst versucht wie eine 80er Jahre Band zu klingen.
Ich glaube aber, dass die Parallelen zum frühern Elektropop so deutlich hörbar sind, weil unsere Herangehensweise der damaligen sehr ähnlich ist.
Wir kommen ursprünglich aus Wismar, einem kleinen Ort, in dem nur Gitarrenmusik zählt. Alle jungen Bands machen Rock, Metal oder Punk und auch in der einzigen, halbwegs erträglichen Disco kommt - außer einmal am Abend Depeche Mode und im besten Falle noch New Order - auch kein Ton Elektromusik.
Irgendwann nervt diese Eintönigkeit und man versucht neue Wege zu gehen, wobei man natürlich trotzdem diese Punkattitüde verinnerlich hat.
Was kommt dabei raus?
Von Provinzrock inspirierte Elektromusik!
Wahrscheinlich ist der goJA-Sound deshalb so vom ungestümen Geist der frühen 80er Jahre geprägt.
Ich höre diese Musik ja auch privat sehr gerne und dank meines Alters bin ich immer noch dabei, ganz viele Dinge dieser Epoche aufzuarbeiten und bin immer noch auf der Suche nach den großen Perlen. Und da gibt es unendlich viele, die heute in der Szene leider kaum mehr bekannt sind. Für mich diese Musik aber gegenwärtiger als das, was ich heute im Radio höre… “

Nicht ohne Grund wurde „Generäle Essen Gerne Erdbeereis“ von Der Plan gecovert, wohl nicht nur deshalb, weil sich deren kindliche, dennoch metaphorische Lyrik perfekt in das textliche Konzept von goJA einfügt.
Kann man von Comic-Metaphern sprechen?

Daniel Jahn: „Absolut! Genau diese Art von Humor bewundere ich an der Neuen Deutsche Welle: Komplexe Sachverhalte werden in einfachste, fast an Trivialität grenzende Metaphern verpackt und wirken so viel mehr als plumpe Kritik.
Wozu versuchen in einem 3-Minuten-Lied die ganze Last dieser Welt lyrisch darzustellen, wenn man es auch viel subtiler machen kann.
Humor kann oft authentischer sein, als musikalische Meckerei mit mahnendem, erhobenem Zeigefinger und künstlich ernster Attitüde.
Es gibt nur noch wenige Bands, die diesen Humor heute noch transportieren. Außer Stendal Blast fallen mir da nicht sehr viele ein.
Der Humor und die Ironie der Szene ist eigentlich gar keine, weil sie auf halben Weg verreckt. Ein Genre wie ‚Hell-Electro’ ist für mich extrem lustig, allerdings wird der Witz etwas schal, wenn man sich das schlechte Englisch, die ausgelutschten Metaphern und die immergleichen Thematiken ansieht. “

Die Wahl Eurer Cover-Versionen ist schon erstaunlich.
Ich glaube, niemand käme auf die Idee, gerade ein Stück von Paris Hilton zu covern .
Was hat Euch daran fasziniert?
Die pseudogeniale Trivialität des Medienphänomens Hilton?

Daniel Jahn: „Von allen Stars und Sternchen ist Paris Hilton die absolute Nummer eins:
Niemand ist authentischer, niemand hat mehr Glamour, niemand gewährt mehr Einblicke, niemand ist so präsent und gleichzeitig so überflüssig wie sie.
Dieses genial blöde Blondchen ist einfach die perfekte Entertainerin - ihre Serie ‚The Simple Life’ ist wunderbarste Unterhaltung, ihr Album ist eine wirklich gelungene Popplatte und ihre absolute Medienpräsenz macht sie zur Königen der Trivialität.
Dieser Person musste einfach früher oder später ein Denkmal gesetzt werden.“

Bemerkenswert auch Euer Mut zu wirklich punktierten Gaga-Stücken wie „Das totale Lied“.
Stand da die "13 Minuten Massaker"-Version von Tommi Stumpff Pate?

Daniel Jahn: „Du hast mich ertappt! Die Massaker-Maxi lief tatsächlich des öfteren während der Albumproduktion.
Tommi Stumpff hat es als einer der wenigen Künstler geschafft, Humor ohne jeglichen Klamauk und ohne Scheu vor irgendwelchen Tabus musikalisch darzustellen.
Natürlich habe ich Tommi Stumpff nicht bewusst kopiert, allerdings wollten wir – ähnlich wie er auf seinen Alben – den Popappeal durch radikale Brüche erschüttern.“

Abschließend: Was mir an „Elektronation“ neben seiner Kompaktheit gefällt, ist sein Humor und der Mut zur Selbstironie, ohne im oberflächlichen Witz zu verharren.
Denkt Ihr, dass die für ihr Humorverständnis gerade nicht populäre schwarze Szene dies ansatzweise begreifen wird?

Daniel Jahn: „Diese spannende Frage habe ich mir auch gestellt.
Letztendlich kann ich sie weder bejahen noch verneinen.
Die bisherigen Reaktionen von Seiten der Presse oder der Hörer waren sehr unterschiedlich: Es gibt Leute, die das Album sehr gelungen finden und sich von unserem Humor genau angesprochen fühlen. Allerdings gibt es auch das absolute Gegenteil: Verrisse in denen man uns geistige Minderbemitteltheit, übelsten Trash oder DJ-Ötzi-Vergleiche andichtet.
Zunächst hat mich das geärgert, aber mit etwas Abstand finde ich auch diese Kritiken sehr schön, da sie das Prinzip goJA untermauern: Wer in Blutengel oder Agonoize seine absolute Erfüllung findet, der wird nicht verstehen, dass unsere Musik eigentlich nur eine comicartige Persiflage auf die 666%ige Evil-Generation und ihr künstlerisches Scheitern an ihrem eigenen, viel zu hohen Ansprüchen ist.
Der Teil der Szene also, der sich nur in Kleidung von der Rums-Bums-Dorfdiskowelt unterscheidet, wird sicher an „Elektronation“ scheitern.
Wer aber nicht nur schwarz sieht, der wird seinen Spaß an dem Album haben.“

goJA moon ROCKAH!-Homepage


Was sagt die Presse?

Mit „Elektronation“ haben die 'moonies' ein Album hervorgezaubert, das garantiert eine Partybereicherung ist und zudem fast komplett radiotauglich nebei laufen kann ohne Anstrengungen zu verursachen. Vielleicht ist's dem Einen oder Anderen etwas zu viel an Klamauk, aber dieser Zustand könnte sich nach mehrmaligem Hören auch noch ändern, wie sich andererseits schon nach dem zweiten Durchlauf eine ungewöhnlich wohlige Vertrautheit einstellt.
Medienkonverter

So entpuppt sich "Elektronation" als äußerst lebhaftes Elektro(pop)-Album, angereichert mit zahlreichen Sprach-und Filmsamples, das eine möglicherweise vorhandene Lücke zwischen :WELLE ERDBALL: und DAF geschickt schließt und eben auch solche Fans anspricht
Metal.de


Also ein bunter Strauss der Unterhaltung, den die Menschen aus Berlin und Wismar hier kredenzen, wie eine kleine musikalische Wundertüte versteht man es, immer wieder positiv zu überraschen und manchmal auch bewusst zu nerven. Aufgabe erledigt, die (vergangenheitsbewusste) Elektronation dürfte durchaus angetan sein!
Musik-Terrorverlag

Die Musik auf „Elektronation“ legt klar Zeugnis darüber ab, dass Herr go und Herr JA stark mit der guten, alten Zeit verbunden sind.
Schon die ersten Klänge des Openers „Rockah“ beschwören Nostalgie herauf: Es handelt sich um ein Sample der Ronettes-Schnulze „Be my Baby“, das jeden „Dirty Dancing“-Fan erfreuen wird. Doch nach dieser ersten Irritation wird dann doch gerockt, wie es ja Bandname und Songtitel schon versprechen, mit schnellen synthetischen Rhythmen und verzerrten Vocals.
Re-Flexion

Bei genauem Hinhören ergeben sogar die Texte Sinn, was der Sache eine gewisse Ironie verleiht. Man findet eine Art liebenswürdige Kritik in den Songs die auf den ersten Blick aber weder liebenswürdig, geschweige denn direkt präsent ist.
Radio Subway

Die Elektronation ist völlig Gaga und Plem Plem und manche Samples wirken völlig deplatziert. Aber durch den Charme des gnadenlosen Laienhaften wird man sicher den einen oder anderen Hörer zu begeistern wissen. Als Partymusik zum Mitgröhlen eignet sich das Album sowieso.
Uselinks

Klang ihre erste EP „Sex Im Turnschuh“ noch etwas zurückhaltend, so ist mit der ersten Download CD „Elektronation“ die Scheu vor der Verrücktheit komplett abgelegt.
Elektrauma

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