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Essay : Boykottiert Live-Konzerte Druckoptimierte Version Schicke den Artikel an einen Freund
Geschrieben von Ecki Stieg am 11.10.2007 12:00 (6448 x gelesen)



Das neue Musik-Proletariat oder
Boykottiert Live-Konzerte!


Live-Konzerte als Alternative zum Album?
Ein Ding der Unmöglichkeit!

Eine Lebenshilfe für Musiker und Publikum...

Die Musikmesse Popkomm hat schon viele sonderliche Säue durchs Dorf gejagt, sei es die von Thomas „M.“ Stein vor Jahren propagierte Hochpreispolitik für CDs, da diese ja „genauso viel wert sind wie ein Buch“ – oder sei es das nun ganz überraschend entdeckte Faible für Live-Musik, das nach dem Untergang der CD die scheinbar einzig lukrative Einnahmequelle für eine Industrie geblieben ist, die zwar mit Zeitgeist handelt, aber diesen noch nie geatmet hat.

Bezeichnenderweise verbündet sich die Musikindustrie dabei genau mit den Typen, die 20.000 illegal gedownloadete mp3s auf ihrem Rechner haben, aber wieder vehement nach dem „echten Rocker“ schreien, der, will er unverschämter Weise mit seiner virtuellen „Kunst“ Geld verdienen, doch lieber wieder die Bühne entern solle.

Brote und Spiele, wahre Arbeit, wahrer Lohn – so war das schon immer in diesem Land.
Typisch Deutsch und ein Rückfall ins letzte Jahrhundert.

Die Musikindustrie, von ihrer eigenen verfehlten Politik getrieben und bar jeglicher Alternativen, stimmt in diesen Kanon aus purer Hilflosigkeit mit ein.

Gerade aus deutscher Sicht ist diese Entwicklung nicht erstaunlich, denn sie unterstreicht eine alte deutsche Tugend:
Handwerker müsst ihr sein, am besten in karierten Hemden schwitzen und so aussehen wie Klaus Lage oder Bruce Springsteen!
Seid wieder ehrlich und bürgernah, ihr degenerierten Säue und kommt aus Euren Yachten und Studios heraus!

Eines ist völlig klar: Das Live-Geschäft verdirbt den innovativen Musiker.

Nur noch auf Tournee, keine Zeit zur Einkehr, keine Muße neue Ideen zu entwickeln, degeneriert er zum tumben Troubadour, zum Straßensänger, kehrt zurück zu den simpelsten Strukturen.

Der Weg zurück in die Steinzeit – oder zumindest in die Zeiten, als sich die Beatles im Hollywod Bowl von Teenagermeuten in den kreativen Tod kreischen ließen.

Angesichts dieses Horrorszenarios waren die Fab Four dann auch die erste Band, die genau aus diesem Grund die Kurve gekriegt hat und mit „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ nicht nur das Genre des Konzept-Albums kreierte, sondern ganz bewusst Musikwelten schuf, die auf der Bühne ohne technische Tricks und Fakes gar nicht zu reproduzieren waren.

Die Geburtsstunde des von der Bühne völlig unabhängigen Popartisten!

Das Studio wurde das Instrument – und dieses Instrument wurde immer mehr verfeinert.

Komme mir keiner mit dem Argument, dass ein Live-Auftritt eine Band künstlerisch fordert, fördert, gar „demokratisch zusammenschweißt“ oder dass sich durch „Jam-Sessions“ und „mucken“ (= hannöversch für „miteinander bekifft selbst verliebten Schweinerock spielen“) gar neue Welten eröffnen…

Die Welt des Musikers ist, wenn richtig begriffen, eine der letzten Monarchien überhaupt – und der König muss sich diese Macht mit niemandem teilen oder sich gar dem Proletariat beugen.

Denke ich an meine Lieblingsalben, sei es „Thursday Afternoon“ von Brian Eno oder „Trans Europa Express“ von Kraftwerk, so kann ich mir sicher sein, dass diese Alben ohne intensive Studioarbeit und Klangforschung nie entstanden wären.
Die Liveauftritte der Protagonisten waren dagegen schon in den 70er Jahren nicht erwähnenswert und haben zu ihrer Entwicklung kaum beigetragen.

Doch der Pöbel will Huren – die Hure, die sich vor dem Publikum zu entblöden hat, umso mehr, je mehr der Pöbel dafür gezahlt hat.

Der Musiker vergisst, dass er sich dem Publikum entziehen muss, um autark zu arbeiten!

Wo bleiben die charakterstarken Auftritte von Musikern wie Jean-Jacques Burnel, Serge Gainsbourg, Bollock Brothers oder Tommi Stumpff, die das Publikum gerechterweise beleidigten oder gar physisch gegen die Ignoranten vor gingen, damit letztendlich einen kreativen Dialog herstellten und den Stolz vor sich selbst bewahrten?

Wo bleiben die Konzerte, in denen Musiker nicht das seit Jahrhunderten ausgelutschte, einseitig beschallende Theater-Szenario end- und einfallslos rekapitulieren, anstatt sich ins Gedächtnis rufen, dass die 5.1-Produktion längst zum Standard gehört?

Gerade unsere technikverliebten EBM- und Synthipopbands gehören aufgrund ihrer grenzlosen Faulheit und Ideenlosigkeit jetzt schon zu den großen Verlieren:

Wer mag sich jahrzehntelang schlecht mimende Keyboarder zum Vollplayback anschauen, abrauschende Festplatten ertragen, die die gesamte Bühne lahm legen, Sänger, die selbst mit einem Fuhrpark von Effektgeräten ihre komplette Unfähigkeit nicht kaschieren können – und vor allen Dingen sämtliche müffelnde Rock’n Roll Klischees bedienen, ohne selbst eigene Duftmarken zu setzen?
Bands wie Pet Shop Boys oder Kraftwerk blieben hier die rühmliche Ausnahme.

Warum nun aber, abgesehen von den bereits genannten Argumenten, Live-Konzerte generell boykottieren?

Weil hier die falschen Zeichen gesetzt werden.

Geschäfte aus der Defensive sind selten eine lohenswerte Angelegenheit.

Abgehalfterte Dinosaurier, die ihre verblödete Klientel für 200 € in die Arenen drängen, bleiben nicht mehr als eine Jukebox, die die Verluste auffängt, die durch den Tonträger-Verkauf eingebüßt wurden, während früher der einzige Antriebsmotor eines Auftritts der war, so viele Groupies wie möglich flach zu legen.

Doch sie wissen um den psychologischen Effekt: Sie „wollen Hände sehen“, und entblöden sich nicht zu suggerieren, es würde sie interessieren, „ob man gut drauf“ wäre. Warum auch? Diese Lüge funktioniert seit Jahrzehnten.

Wenn der Pöbel derart viel Kohle für ein Konzert hingeblättert hat, wird er das alles notgedrungen feiern, auch wenn es noch so enttäuschend war, um sich auf gar keinen Fall gestehen zu müssen, mal wieder herbe beschissen worden zu sein – und um natürlich im Freundeskreis damit zu prahlen, man wäre „dabei gewesen“.


Doch die Schmerzgrenze ist hoch, denn wer braucht ein „Live-Erlebnis“, wenn bereits das Vorspiel einem bundesdeutschen Behördengang gleicht?

Ich will nicht 200 km fahren, will kein Parkticket ziehen, das so teuer wie die Anfahrt ist.
Ich will kein Rauchverbot, ich will kein Bier für 10 €, ich will keinen Eintritt zahlen, der meine Familie einen Monat lang ernähren könnte, ich will keine drangsalierenden faschistoiden Ordner.
Ich will einen klaren Klang, ich will nicht, dass der mir völlig unbekannte, penetrant riechende Typ neben mir bei meinem Lieblingsstück eine Diskussion über die Rettung des Regenwaldes beginnt oder – noch gnadenloser - jeden Song mitsingt.
Kurzum: Ich will keine Menschen und keine gängelnde, diktatorische Bürokratie um mich herum, wenn ich intensiv Musik höre.

Was sich hier misanthropisch anhören mag - und tatsächlich auch ist - bleibt letztendlich eine Liebeserklärung an die Musik.

Das große Argument der Konzertgänger hingegen, das „wieder entdeckte “Gemeinschaftserlebnis“ würde uns endlich vor der digitalen Entfremdung retten, wird unter Garantie alle Nerds und Geeks in die Hallen locken – und ist natürlich eine Lüge all derjenigen, die auch Fußball- und WM-Stadien etwas abgewinnen können.

Dabei gibt es keinen größeren Moment der Einsamkeit, als in den AWD-Arenen dieser Republik vor der Bühne zu stehen.

Doch das ist die gerechte Strafe für die Faulheit und Arroganz, sich kein Album mehr anzuhören – geschweige denn zu wissen, was ein Album, ein erarbeitetes Konzept überhaupt ist – und es dementsprechend auch nicht würdigen zu können.

Es stirbt also nicht nur die Studiokultur.
Mit der Reduzierung und Fokussierung auf den Live-Event als bestimmende, weil noch einzig kommerziell ertragreiche musikalische Kunstform, wird ein neues Musikerproletariat errichtet –schlimmer noch, als es die unselige „Unplugged“-Welle in den 90er Jahren bereits angedeutet hat.
Denn war „Unplugged“ ein stilistischer, wenn auch unsinniger, Protest gegen die vermeintliche Technisierung der Musik – der neue Livekult dagegen unterliegt eindeutig wirtschaftlichen Zwängen.
Und der Moment, in dem der Musiker seine CD bei Konzerten verschenkt, nur damit die Leute überhaupt zu seinen Konzerten kommen (in der EBM-Szene bereits Usus), ist es verkehrte Welt.

Darum mein Rat an alle Musiker:

Schließt Euch ein!
Kommuniziert nicht!
Seid autark!
Zieht die Kraft aus Euch selbst!
Seid stolz und lasst Euch nicht von 5 betrunkenen Zuschauern in miefigen Jugendzentren beleidigen.
Lernt und studiert die Geschichte!
Forscht!
Kreiert Eure eigene Klangwelt!
Hütet Euch vor falschem, billigen Frontapplaus!
Werdet sonderlich – oder das, was die Außenwelt dafür halten mag.
Ab einem gewissen Zeitpunkt wird Euch auch das nicht mehr interessieren!

Dann seid Ihr König!

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Die hier verffentlichten Artikel und Kommentare stehen uneingeschrnkt im alleinigen Verantwortungsbereich des jeweiligen Autors.

Mitglied Diskussion
berti Geschrieben am: 17.10.2007 14:34  Aktualisiert: 17.10.2007 14:34
Novize
Mitglied seit: 12.05.2004
aus:
Beitrge: 6
 Re: Boykottiert Live-Konzerte
Alles wahr
 

Mitglied Diskussion
zarathustra Geschrieben am: 16.10.2007 21:37  Aktualisiert: 16.10.2007 21:37
Novize
Mitglied seit: 15.06.2006
aus:
Beitrge: 1
 Re: Boykottiert Live-Konzerte
Lieber Ecki,
bitte entschuldige, daß ich solange nichts mehr hören ließ (eben wegen der vielen Zeit und Muße, die das neue Album benötigt!). Ich habe soeben Deinen Essay zum Thema Livemusik gelesen und bin sehr froh, daß dieses Dilemma mal so klar - und so scharf wie möglich - benannt wird. Du sprichst mir aus dem Herzen - in jedem Punkt! - und so beobachten Lennart und ich schon seit einiger Zeit mit großem Unbehagen diese Entwicklung im Musikgeschäft. Wir sind ja noch in der glücklichen Situation "nein" sagen zu können aber wer von der Musik leben muß, kommt anscheinend um diese "Ochsentouren" (pure Handwerksarbeit, da geben wir Dir recht!) nicht mehr rum - und es sind nicht nur Indies, die sich das antun, selbst gestandene Musiker werden genötigt, da sie sonst die nächste Studioeinspielung vergessen können; frei nach dem Motto, beweis erstmal wieviel Du "live" einspielst und wenn sich das lohnt, finanzieren wir gnädigerweise neue Aufnahmen! Ideal ist das Ganze für Egomanen! Ewiggestrige, denen "clap your hands" und andere Animationstechniken tatsächlich einen Kick geben! Warum Livekonzerte beliebter sind als in Ruhe zuhause eine Platte anzuhören ist klar, letzteres wird ja nicht gesehen - für die heutige Generation ein großes Problem, wo man sich freiwillig bis in den letzten Privatwinkel preisgibt. Wir haben ja so gelacht über das "Mucken", seit unserer Abkehr von Hannover haben wir dieses Wort nie wieder verwendet, uns war es schon damals ein Greuel! Hier ist das aber nicht anders (bloß die fränkische Variante!) aber es kann uns egal sein, da wir mit der hiesigen (wie auch sonst irgendeiner) Szene nichts zu tun haben, es lebt sich recht angenehm so anonym.
Schöne Grüße in den Norden und danke für die Unterstützung der mehr "einsam tätigen Musiker", die es nicht um jeden Preis auf die Bühne zieht, was nicht generell gegen das Livespielen spricht, eher gegen die heute Form der Ausübung, dem geringen Anspruch an Kunst und dem hohen Maß an Kommerz!
Alwa und Lennart
 

Mitglied Diskussion
Clermac Geschrieben am: 11.10.2007 22:52  Aktualisiert: 11.10.2007 22:52
Stabsunteroffizier
Mitglied seit: 10.06.2004
aus: Weyhe bei Bremen
Beitrge: 21
 Re: Boykottiert Live-Konzerte
so einfach ist es ja nun doch nicht.
du schreibst über bands, die keine probleme haben auftritte zu bekommen. um ein album zu promoten ist das heutzutage auch bestandteil des deals.
leute wie ich bekommen gar keine auftritte und wenn, dann zahlt man drauf.
nur: wer nicht auftritt, den gibts nicht, der wird nicht bekannter, der findet nicht statt.
ein boykott wäre für unbekanntere bands die garantie, niemals z.b. in der zillo rezensiert zu werden (ok, ob das so erstrebenswert ist, sei dahingestellt).
von einer tour gar ist nicht zu reden.
übrigens sind alben wie das letzte von NIN auf einer tour entstanden.
 

Mitglied Diskussion
DerKoyote Geschrieben am: 11.10.2007 19:04  Aktualisiert: 11.10.2007 19:04
Novize
Mitglied seit: 08.08.2005
aus: Berlin & Wismar
Beitrge: 4
 Re: Boykottiert Live-Konzerte
Lieber Ecki,

erst einmal ein großes Lob für Deinen wunderbaren Aufsatz! Wirklich klasse geworden!

Zur Thematik:

Als Musiker liebe ich es tagelang nur in Unterhose rumzuhängen vor den Geräten rumzuhängen, neue Songs zu schreiben, fett und wunderlich zu werden, weiter an den Songs zu arbeiten, meine Freundin zu vernaschen, wieder an den neuen Ideen zu feilen undsoweiterundsofort - bis sich alles nach Monaten zu einem lebendigen Ganzen zusammenfügt. Das Baby ist geboren. Das eigene kleine Stück Musikgeschichte ist geschrieben. Eine Erfahrung die einen verändert - egal, ob später nur 5 oder sogar 50 000 Leute das Album hören, egal ob sich die Scheibe verkauft oder ewiger Ladenhüter bleibt, egal ob der Zillo es für ein ?Album des Monats? hält oder nicht. So eine Studioerfahrung ist wirklich einzigartig!

ABER: Auch ein Livekonzert ist eine großartige Erfahrung. Man entdeckt neue Dimensionen in den eigenen Songs, man erschafft neue Klangwelten, man kann Leute begeistern und auch der Groupies-ficken-und-saufen-bis-zum-Umfallen-Faktor im Anschluss an den Gig ist natürlich nicht zu verachten.

Ich stimme Dir aber zu, dass Konzerte ihre Magie verlieren, wenn sie zu sehr auf Kommerz ausgerichtet sind oder einfach nicht liebevoll vorbereitet und durchgeführt werden. Für mich als Zuschauer muss ein Konzert nicht immer künstlerisch wertvoll sein - manchmal möchte ich auch einfach nur tanzen und unterhalten werden. Wichtig ist aber, dass ich den Künstler glaubwürdig finde. Nichts ist unspannender als eine Band, die alle drei Wochen an jeder Pommesbude spielt, die nichts mehr zu sagen hat und wie die Scorpions seit 20 Jahren nur die alten Hits, in immer wieder neuen Versionen spielt und dabei versucht ein Image zu verkörpern, dass keiner ihnen mehr abkauft.

Also: Einen besoffenen Ville Vallo, einen hauchenden schmachtenden Tilo Wolff, einen Texte ablesenden Peter Heppner oder eine ultraböse Kotzformation a la Agonoize muss man wirklich nicht gesehen haben. Diese Typen sind aber auch auf der Konserve unspannend.
Allerdings ist ein Konzert von Bands wie Deine Lakaien, Mötorhead oder ? wie kürzlich gesehen ? I AMX (meistens) wirklich sein Geld wert. Dafür fahre ich gerne 200 Kilometer, lasse mich ein wenig von Naziordnen schubsen oder hole mir ein paar blaue Flecken beim Blutpogo im Mob vor der Bühne.

Letztendlich ist das natürlich alles Geschmacksache.

Fazit: Die Idee zusammen mit Leuten eine tolle Zeit zu haben, seine Lieblingsband zu feiern und großartige Musik live zu erleben, ist grundsätzlich gut. Sobald die Sucht nach Entertainment aber zum Zwang, die Eintrittspreise astronomisch hoch sind, die Lichtshow und der Merchandisingstand wichtiger als die Musik sind oder das Konzert zur gekünstelten Kommerzveranstaltung wird, nagele auch ich lieber meine Studiotür hinter mir zu.

Let there be rock, oder so ähnlich.

Lieben Gruß,
der Daniel
 

Mitglied Diskussion
nemcon Geschrieben am: 11.10.2007 18:06  Aktualisiert: 11.10.2007 18:06
Novize
Mitglied seit: 09.06.2004
aus:
Beitrge: 1
 Re: Boykottiert Live-Konzerte
Lieber Ecki,

Hmmm... Ich war jetzt so viele Jahre die meiste Zeit autark, kommunikationsfaul und so sonderlich erfinderisch, dass es mich vielleicht gerade deshalb irgendwie dazu drängt, mal raus auf die Bühne zu müssen. Und zwar richtig - mit Band und Bier und Pogo ... Schließlich bin ich wegen eines Live-Konzertes der Bollock Brothers vor vielen Jahren erst selbst zum Musikschaffenden geworden

Also: Lass uns das mal alle selbst entscheiden.

Gruß,
Tilo

--
http://www.myspace.com/nemconmusic
 

Mitglied Diskussion
dr_spok Geschrieben am: 11.10.2007 15:17  Aktualisiert: 11.10.2007 15:17
Novize
Mitglied seit: 15.06.2004
aus:
Beitrge: 7
 Re: Boykottiert Live-Konzerte


...aber...Mylene in Bercy ??

Lieben Gruß,
spok
 

Mitglied Diskussion
thomas Geschrieben am: 12.10.2007 04:25  Aktualisiert: 12.10.2007 04:32
Novize
Mitglied seit: 07.06.2004
aus: Hamburg
Beitrge: 4
 Re: Boykottiert Live-Konzerte
Ich kenne zu viele Künstler, die das von Dir, Ecki, verfochtene Eremitentum pflegen, die in ihrer Klause wirklich originelle Sachen basteln und wahrscheinlich genauso unbekannt wie bedeutungslos bleiben werden.

Kunst, als gesellschaftlich aktives kulturelles Produkt bedarf der Vermittlung genauso wie der Originalität. Das eine ist nichts ohne das andere. Und der Schritt in die Öffentlichkeit in Form eines Konzerts erscheint mir immer noch als unumgänglich. Ich würde mich als Künstler jedenfalls nicht mehr auf DJs oder Produzenten mit archäologischem Spürsinn (eine aussterbende Spezies nach meiner Einschätzung) oder andere Zufälle verlassen wollen...

Die Krise der CD ist lediglich Teil der gegenwärtigen Krise der Verwertung von Musik, die längst nicht mehr dem bürgerlichen Ideal des Schöpfers von geistigem Eigentum entspricht, wie ihn Dein Eremit symbolisiert. König wird man, indem man ein Feld beherrscht, nicht indem man sich hinter den nächsten Hügel zurückzieht.
 

Mitglied Diskussion
Grenzlaeufer Geschrieben am: 13.10.2007 17:53  Aktualisiert: 13.10.2007 17:53
Stabsunteroffizier
Mitglied seit: 09.06.2004
aus:
Beitrge: 24
 Re: Boykottiert Live-Konzerte
Vieles wurde schon gesagt. Auf Überteuerte Konzerte von Rock-Rentnern kann ich wohl auch verzichten. Ich brauch auch nicht mehr auf Konzerte zu gehen, wo die Alben 1zu1 nachgespielt werden, selbst wenn es Laibach ist. Es gibt jedoch Konzerte, wo Musiker eine Energie rüberbringen, die eine Konserve nicht vermitteln kann. Ich würde mir niemals ein Album von Apocalyptika kaufen. Jedoch ist es genial live zu sehen, wie sie ihre Cellos vergewaltigen.
Oder denken wir an Goethes Erben. Die CDs sind zwar schon gut, doch können sie nicht vermitteln was Oswald Henke für eine Präsenz auf der Bühne entfaltet und wie diese die Musik unterstreicht.
Auch Beinhaus ist bestimmt eine Bands die nur Live funktionieren kann. Es ist genial zu sehen, wie sie auf Schrott kumploppen, Lärm erzeugen und ein Megaphon zur Klangverstärkung nutzen. Der Auftritt letztes Jahr amf dem WGT nur nur genial!
Ein klassisches Konzert oder eine Gruftieband mit der Frankfurter Philharmonie kommt Live ganz anders zu Geltung als in Scheiben.
Bei manchen Bands ist die Show auch integraler Bestandteil ihres künstlerischen Schaffens; sprich, die Musik ist (nur) ein Teilaspekt. Die Performances von Rosa Crux sind dafür ein phänomänales Beispiel. Auf Youtube gibt es von denen noch mehr zu sehen! Die Shows im Schauspielhaus in Leipzig waren immer genial!
Außerdem habei ich gerade auf dem WGT in Leipzig durch die Konzerte schon einige geniale Bands kennen gelern. Ohne diese Shows würde ich Morthem Vlade Art nicht für eine der genialsten Gohtic Bands halten!
Mein Fazit zu Konzerten: Zu guten Konzerten kann man gehen, man muss sich aber nicht jeden Scheiß antun.

Gruß

Das Volk
 

 
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