Login
Username:

Passwort:




Password vergessen?
 
Jetzt registrieren!

 Neue Mitglieder
psyche1964
( 18.02.2011 )
belbertg
( 18.02.2011 )
selfconstructor
( 14.02.2011 )
jbryanely
( 13.02.2011 )
liserg
( 12.02.2011 )


 Wer ist Online
: Besucher
: Mitglied (er)

Du bist ein Gast
Melde Dich vorher erst an!

 
Interviews : 32 Crash Druckoptimierte Version Schicke den Artikel an einen Freund
Geschrieben von Ecki Stieg am 23.10.2007 15:15 (4025 x gelesen)



32 Crash

Jean-Luc de Meyer hat schon in den 80er Jahren sehr früh den Ausbruch aus dem elitären Front 242-Zirkel geübt:
Zunächst als Gastsänger bei Projekten wie Bigod 20, Birmingham 6, später mit Projekten wie Cybertec, C-Tec oder Cobalt 60.
Die neue Liaison mit Len Lemiere (Implant) und Jan D’Hooghe (Vive La F?te) scheint indes eine ernsthaftere Kollaboration zu sein, zugleich ein Jungbrunnen für Jean-Luc De Meyer, denn selten zuvor klang er energetischer, punktierter , vokalistisch befreiter als in diesem Projekt.
Nach der hervorragenden EP Humanity ist nun das erste Album Weird News From An Uncertain Future erschienen – für Jean-Luc De Meyer weit mehr als nur ein weiteres Projekt, sondern ein echter Neustart…

Bereits bei den Live-Auftritten (u.a. beim diesjährigen M’Era Luna) war deutlich zu spüren, dass 32 Crash eine sich nahezu kongenial ergänzende, extrem homogene Band ist, in der Jean-Luc De Meyer das verwirklicht, was er zuletzt mit Dominique Lallement von K-Bereit in Cobalt 60, u.a. auf ihrer Online-Single En Chantier angestrebt hat:
Kompakte, elektronische Songs, die durchaus der Elektro-Punk-Tradition von großen Vorbildern wie Suicide folgen; auf der anderen Seite verschaffen ihm die Arrangements von Lemiere und D’Hooghe genug Freiraum, um majestätische Atmosphären entstehen zu lassen.
Jean Luc De Meyer hat sich indes auf das konzentriert, was für ihn seine Stärke ist….

Jean-Luc De Meyer: „Es ist sehr schwer zu sagen, warum ich nun ausgerechnet mit Lemiere und D’Hooghe arbeite. Ich denke, wir haben uns gegenseitig gefunden.
Ich habe mich schon vor einiger Zeit dazu entschieden, mich ausschließlich auf das Songschreiben und den Gesang zu konzentrieren und selbst keine Musik zu machen.
In der Tat halte ich es im Studio nie länger als eine Stunde aus – es ist mir schlichtweg zu langweilig und verursacht nur Kopfschmerzen.
So überlasse ich die Produktion und auch das Mixing den anderen.
Generell kann ich mit jedem arbeiten, dessen Musik und dessen Fähigkeit als Musiker ich schätze.“




Verglichen mit C-Tec oder Cobalt 60 scheint 32 Crash weitaus mehr Potenzial zu besitzen – es transportiert die Kraft und die Farbigkeit der frühen Front 242 ohne ein Replik zu sein.
Was sind seine Hoffnungen, warum gerade die Zusammenarbeit mit den Musikern von Implant?

Jean-Luc De Meyer: „Weder C-Tec noch Cobalt 60 waren als kurzfristige Projekte angelegt.
C-Tec wurde aufgelöst, weil Marc Heal für sich beschlossen hat, lieber Produzent als Musiker zu sein. Und Cobalt 60 existierten bis 2006, bevor sich Dominique Lallement und ich endgültig trennten.
Der Kontakt zu Implant kam durch Seba Dolimont von unserer Plattenfirma Alfa Matrix zustande.
Er präsentierte mir ihren Track The Creature für den es noch keinen Gesang gab.
Ich habe dazu den Gesang geliefert, ihnen gefiel es und so beschlossen wir, als Band zu arbeiten. So einfach.
Was ich an Implant mag, ist die Tatsache, dass es wirkliche Musiker sind. Sie besitzen Talent, sind handwerklich perfekt, leben ganz in meiner Nähe und ich mag sie als Menschen.
Hinzu kommt, dass das, was sie in 32 Crash verwirklichen, sich erheblich von dem unterscheidet, was sie in Implant machen. So gesehen ist es müßig, Vergleiche anzustellen, abgesehen von der Tatsache, dass es auch elektronische Musik ist.“

Konform gehend mit den frühen Front 242 liegt auch 32 Crash eine Philosophie, besser gesagt ein Manifest zugrunde.
Eine nihilistische Vision einer von Klimakatastrophen und Gleichschaltung ruinierten Welt im Jahr 2107 (nachzulesen auf www.32crash.com)

Jean-Luc De Meyer: „Ich würde dieses Manifest nicht als nihilistisch sondern vielmehr als sehr realistisch betrachten.
Die Idee hinter 32 Crash ist das Szenario des Lebens auf der Erde im Jahr 2107.
Es ist keine Horrorvision, sondern eher die statistische und empirische Auswertung der Fakten, die uns heute bekannt sind.
Diese traurige Zukunftsvision hat die Mehrheit der Menschheit selbst gewählt. Sie ist nur auf ihren Wohlstand und Profit bedacht und macht sich keinerlei Gedanken darüber, in welchem Zustand sie diese Welt den nächsten Generationen übergeben wird.
Es ist vollkommen klar, dass zukünftige Generationen auf einem völlig verwüsteten Planeten überleben müssen.
Die Tatsache, dass unsere Zivilisation in der Realität nicht einmal mehr die nächsten 100 Jahre überleben wird, macht unsere Vision letztendlich zu einem sehr optimistischen Statement.“

32Crash - Isomodia (Live At M'era Luna 2007)



Jean-Luc De Meyers Gesang klang selten so direkt und zugleich so facettenreich wie in 32 Crash.
Die raue Punk-Attitüde scheint ihm gut getan zu haben…

Jean-Luc De Meyer: „Wie immer gibt es keine Methode oder Masterplan.
Ich habe gelernt, sehr genau der Musik zuzuhören und meinen Gesang so zu platzieren, dass er am effektivsten zur Geltung kommt.
Im Fall von 32 Crash war es besonders einfach, da die Musik sehr variationsreich und offen ist…“

Ob er es mag oder nicht – Jean-Luc De Meyer gilt als einer der Pioniere und „Dinosaurier“ des EBM – ein Etikett, mit dem er schon immer Schwierigkeiten hatte…

Jean-Luc De Meyer: „Es mag seltsam klingen, aber ich habe mich in der EBM-Szene noch nie zuhause gefühlt.
Vielmehr ist es so, dass ich nach all den Jahren noch nicht mal realisiert habe, dass ich das Glück hatte, ein relativ erfolgreicher Künstler zu werden.
Selbst die Definition ‚Künstler’ bringt mich zum Lachen.
Wenn ich auf der Bühne stehe und mein Publikum ansehe, frage ich mich oft genug: ‚Wer sind diese Leute? Warum sind sie hier? Was habe ich mit denen zu tun? Interessiert es sie überhaupt, was ich tue oder ihnen zu sagen habe?’
Ich hätte in meinem Leben viele verschiedene Karrieren anstreben können – und ich fühle, dass all diese Möglichkeiten, die ich nicht gewählt habe, dennoch in meinem Leben und Ausdruck ersichtlich sind.
Der größte Unterschied zwischen heute und 1985 ist, dass ich sehr viel entspannter auf die Bühne gehe und vor Lampenfieber nicht zwei Stunden vor dem Auftritt krank werde…“

Die finale Frage:
Neben 32 Crash ist auch Front 242 wieder sehr aktiv – zumindest auf der Bühne.
In wieweit befruchtet seine Arbeit in der einen Band die andere?

Jean-Luc De Meyer: „Keine Ahnung. Mein Ziel ist es, ein immer besserer Schreiber und Sänger zu werden.
Und solange ich ständig in Übung bleibe und mich verbessere, sind mir die Umstände oder an welcher Front ich stehe, relativ egal.“

32 Crash-Homepage


Druckoptimierte Version Schicke den Artikel an einen Freund

Die hier verffentlichten Artikel und Kommentare stehen uneingeschrnkt im alleinigen Verantwortungsbereich des jeweiligen Autors.

 
 DAC



Woche 22

1 Machine Gun
Portishead
2 Looking Glass
Birthday Massacre
3 Katharsis/Feuer Frei
Nachtmahr
4 Stay With Me
Jesus On Extacy
5 Radioman
State Of The Union
6 Hydra
Iris
7 Swallow
Emilie Autumn
8 Tanzt kaputt was Euch kaputt macht
Straftanz
im Shop
9 Feel The Silence
Elegant Machinery
10 Re:Up
Soman


mehr...

powered by


 Suche

 Rezensionen
Chandeen

Jutland
(15694)


Artwork

Inventario
(15106)


Steril

Realism
(1054)


Crack Of Doom

Washed Out Moon
(14660)


Carlos Perón

La Salle Blanche
(25720)


IAMX

The Alternative
(14901)


Insekt

Teenmachine
(14555)


Dismantled

Standard Issue
(12370)