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Interviews : Data-Bank-A Druckoptimierte Version Schicke den Artikel an einen Freund
Geschrieben von Ecki Stieg am 29.11.2007 15:00 (5302 x gelesen)



Data-Bank-A

Wenn es um den dunklen, analogen Synthi-Pop der 80er Jahre geht, fallen stets dieselben Namen.
Dabei gab es viele Künstler, die bis heute ungerechterweise ein Leben als Geheimtipp fristen.
Einer von ihnen ist der Amerikaner Andrew Szava-Kovats, der mit seinen Projekten Data-Bank-A, Dominion und Compound Musikgeschichte schrieb.
Höchste Zeit also für ein Interview und eine kleine Retrospektive…


Bis heute ist Data-Bank-A leider weniger bekannt als andere Protagonisten wie z.B. Fad Gadget, John Foxx oder Gary Numan – obwohl Andrew Szava-Kovats fast zeitgleich mit diesen Pionieren begann, analoge, elektronische Musik zu machen.
Und dies als Amerikaner.

Europa war in jeder Hinsicht ein massiver Einfluss, wenn man die gesamte Historie von Andrew Szava-Kovats betrachtet.
Das 86er Album Access Denied gemahnt sogar an die frühen Goth-Bands wie Joy Division oder The Cure.
Andrew Szava-Kovats klang immer sehr europäisch – und kaum jemand mochte seinerzeit glauben, dass er ein Amerikaner ist…

Andrew Szava-Kovats: „Für mich ist das ein Kompliment.
Ich fühle mich mental mehr als Europäer. Ich habe immer europäische Musik gehört und so gut wie keine amerikanische. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass meine Großeltern Deutsche waren.
Die Kultur Europas ist einfach vielfältiger, sensibler, tiefer gehend als die amerikanische Kultur.
Und da ist es nur selbstverständlich, wenn das in meiner Musik zu hören ist.
Und es ist nachvollziehbar, dass ich mich deshalb auch sehr früh für Synthesizer interessierte, als diese in Amerika noch kaum bekannt waren.
Ich habe schon 1979 begonnen, mit Synthesizer und Tapeloops zu experimentieren und wurde zu jener Zeit massiv von Brian Eno inspiriert, der stets an elektronischen Experimente abseits des Mainstream interessiert war und in kein Klischee oder Format passte. Ich habe ihn nie kopiert, aber seine Attitüde hat mir sehr gefallen – und so habe ich schon sehr früh Elektronik eingesetzt, als meine Freunde noch Garagenrock spielten.
In Amerika war ich damit nicht nur Avantgardist, sondern in erster Linie ein Sonderling.“

Was hat ihn an Brian Eno besonders fasziniert?

Andrew Szava-Kovats: „Die Art, wie er Loops einsetzte und verfremdete, die Art, wie er die Gitarre nicht als Hauptinstrument, sondern als Pattern benutze.
Und natürlich seine Ambient-Alben, auf denen er Strukturen auflöste und die Atmosphäre zum zentralen Element machte. Dies führte auch dazu, dass ich seitdem Songs völlig anders strukturiere, als es gemeinhin üblich ist.“






Die Songs von Andrew Szava-Kovats besitzen oberflächlich eine sehr einfache Struktur, zugleich aber funktionieren sie nach dem Prinzip Repetition und stetigem, subtilen Aufbau und erzeugen so eine beeindruckende, hypnotische Tiefe.
Insofern unterschied sich seine Arbeitsmethode schon sehr von den europäischen EBM-Protagonisten…

Andrew Szava-Kovats: „Du meinst Leute wie Front 242? Nun, es gibt da schon Parallelen, aber ich habe mich nie als ein Teil einer Bewegung oder Szene gesehen, ich habe immer viele Einflüsse verarbeitet, die mich angesprochen haben.
Da diese fast allesamt aus Europa kamen, waren sie für mich als Amerikaner damals fast exotisch. Und für meine Umgebung auch.
Ich habe immer sehr solitär gearbeitet.“

Würde er sich als desolaten, isolierten Künstler bezeichnen?

Andrew Szava-Kovats: „Nun, die Geschichte und die Umstände haben gezeigt, dass dies wahrscheinlich zutrifft.
Es gab in Amerika kaum Resonanz auf meine Musik, es hat immer sehr großer Anstrengungen bedurft, damit sie veröffentlicht und gehört wurde. Es war ein ständiger Kampf.
Dieser Kampf hat auch dazu geführt, dass ich ohne großen Kontakt zu anderen Musikern gearbeitet habe.
Der Vorteil war, dass ich nie große künstlerische Kompromisse eingehen musste. Ich habe mich von allen Szenen fern gehalten und somit auch nie sehr große Unterstützung erfahren. Ich habe mich nie akzeptiert gefühlt.
Diese mangelnde Akzeptanz hat aber auch dazu geführt, für mich selbst den besten Weg zu finden.
Es gab nie etwas Größeres als meine eigene Vision.
Und das ist eigentlich bis heute so.“






Neben Data-Bank-A betrieb Andrew Szava-Kovats auch noch zahlreiche Nebenprojekte, von denen Dominion das bemerkenswerteste ist.
Vor allen Dingen das grandiose 89er Album Manhunt folgt zwar der Arbeitsmethode von Data-Bank-A, ist in seiner Melodik und dem Einsatz von atemberaubenden analogen Flächen bis heute ein unerreichtes kleines Meisterwerk…

Andrew Szava-Kovats: „Dominion wurde zunächst aus einem ganz einfachen und pragmatischen Grund ins Leben gerufen. Ich hatte diverse Alben als Data-Bank-A veröffentlicht, wollte aber noch mit anderen Labels zusammen arbeiten. Und so musste ein neuer Name her.
Zu dieser Zeit habe ich ungefähr 4 Alben pro Jahr veröffentlicht.
Doch Dominion kehrt auch Aspekte hervor, die bei Data-Bank-A weniger spürbar waren.
Dominion war einerseits simpler und ich habe mir persönlich viel mehr Freiheiten eingeräumt als bei Data-Bank-A.
‚Manhunt’ ist retrospektiv eines der Alben, das ich mir heute noch mit sehr großem Vergnügen anhöre und auf das ich sehr stolz bin.
Komischerweise habe ich es nach langer Zeit erst gestern wieder gehört und mir darüber Gedanken gemacht, dass man an diese Klänge heute wieder anknüpfen sollte…“



Im Gegensatz zu vielen anderen Musikern der 80er Jahre, die sich spätestens in den 90er Jahren für digitales Equipment begeistern konnten, blieb Andrew Szava-Kovats der analogen Ästhetik treu - wie auch auf seinem 2001er Album Bipolar.

Andrew Szava-Kovats: „Ich mag nicht nur diesen alten, analogen Klang, ich mag auch die Instrumente und vor allen Dingen die Drummachines jener Zeit.
Ich mag die Logik dieser Instrumente, ich mag ihre Transparenz – eine Transparenz, die mir digitales Equipment verwehrt.
Ich fühle mich immer noch als akustischer Maler – und ich liebe es, mit richtigen akustischen Farben zu malen anstatt mit Pixel. Und ich mag es, selbst Klänge zu kreieren.“



Sieht er sich selbst als Relikt der 80er Jahre?

Andrew Szava-Kovats: „Nicht wirklich, zumal mich viele Leute in dieser Epoche gar nicht wahr genommen haben und mich erst jetzt entdecken. Nach und nach.
Viel interessanter finde ich, dass meine Musik, die früher oft als kalt, mechanisch und steril empfunden wurde, im digitalen Zeitalter als sehr intim und warm rezipiert wird.“

Welches Data-Bank-A Album ist sein Favorit?

Andrew Szava-Kovats: „Wenn ich ehrlich bin dann Access Denied, eines meiner sehr frühen Werke.
Es war eine sehr drangvolle Zeit, zudem hatte ich Unterstützung von anderen Musikern. Wir waren fast eine richtige Band – und die Interaktion hat dem Album sehr viel Tiefe und Substanz gegeben.“

Wie wird es weitergehen?

Andrew Szava-Kovats: „Ich habe seit 4 Jahren keine Musik mehr gemacht. Das Projekt Dominion ist beendet. Vielleicht wird es im nächsten Jahr ein neues Data-Bank-A-Album geben. Wir werden sehen.“

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