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Interviews : Davos Druckoptimierte Version Schicke den Artikel an einen Freund
Geschrieben von Ecki Stieg am 23.03.2008 12:09 (7342 x gelesen)



Davos

Österreich ist nicht unbedingt als Hochburg innovativer Elektro- und Wavebands bekannt.
Umso erfreulicher, dass die Wiener Davos mit ihrem Debüt Just Like Mine verdient über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurden.
Keyboarder Michael Ruin über Propheten im eigenen Land, das gute Lied - und warum ein Album nicht mehr als 12 Songs haben sollte…


Bereits rein optisch wird schnell klar, dass wir es mit einer Formation mit großem Stilbewußtsein zu tun haben.
Dies setzt sich nahtlos in der Musik fort: Endlich wieder eine Band, die den perfekten Popsong anstrebt, sich dabei auf die Traditionen der 80er Jahre verlässt, ohne sie blind zu repetieren oder gar Vorbildern nachzueifern…

Michael Ruin: „ Das fängt schon mit dem Bandnamen an. Wir wollten einen Namen, mit dem man wenig assoziieren kann. Kein Buchtitel, nichts, was an Musik erinnert. Etwas prägnantes. Zudem sympathisieren wir sehr mit der Schweiz. Ich mag die Landschaft, ich mag die Leute, ich mag das System. Für mich ist die Schweiz das einzig demokratische Land der Welt.“

Auf „Just Like Mine“ ist die Liebe zum Synthi-Pop der 80er Jahre deutlich heraus zu hören. Eine Liebe, die sich weniger auf die typischen Vertreter wie Depeche Mode bezieht, sondern vielmehr Parallelen zu Human League oder Bazooka Joe erkennen lässt.

Michael Ruin: „ Wir arbeiten sehr eng im Team. Wir ziehen uns meist in ein Landhaus zurück und arbeiten intensiv und spontan – und bei uns gilt die Regel, dass der Song an dem Abend fertig wird, an dem er entstanden ist. Da wird dann auch nichts mehr verändert, weder am Text, noch am Arrangement. Ich denke, es ist wichtig, um die Atmosphäre einzufangen. Nachträgliche Bearbeitungen führen nur zu unnötiger Verzettelung. Die Abgeschiedenheit, in der wir arbeiten führt auch dazu, dass dieses Arbeiten einen fast surrealen Touch bekommt.“

Zumindest besitzen die Resultate schon einen sehr individuellen Touch…

Michael Ruin: „ Wir werden ja oft als 80er-Jahre-Band betitelt. Das ist natürlich im Grunde Quatsch, es ist einfach Popmusik, nicht mehr und nicht weniger.
Es ist eigentlich schon erschreckend, dass guter, melodiöser Pop grundsätzlich als 80er-Jahre-Pop bezeichnet wird, weil damals halt noch Wert auf gute, melodiöse Songs gelegt wurde.
Damals konnte man sich die Hitparade noch anhören, von 40 Songs waren 30 großartig, der Rest irgendwas amerikanisches… Heute höre ich kein Radio mehr.“

Das Album „Just Like Mine“ in unserem Shop

Dennoch ist die melancholische Grundstimmung fast aller Davos-Songs durchaus kompatibel mit den doch eher desolaten Klassikern des New Wave.
Nicht umsonst hat die Band „Love Will Tear Us Apart“ von Joy Division gecovert…

Michael Ruin: „ Ich mag eigentlich nur traurige Lieder. Ein richtig fröhliches Lied macht mich komplett depressiv. Und wenn man es so traurig und schön zelebriert wie z.B. Marc Almond, dann ist das für mich die ideale Musik.
Joy Division ist für mich die wichtigste Band. Wann immer ich sie höre, bekomme ich Todessehnsucht. Diese Band war so unglaublich ehrlich und unerreicht.“

Hat der Hang zur Melancholie auch etwas mit der Mentalität und der Heimatstadt Wien zu tun?

Michael Ruin: „Ja. Hör dir nur Leute wie Georg Kreisler oder Wolfgang Ambros an, da geht es ständig um Selbstmord, Tod, Verzweiflung und Alkohol. Ich denke, das ist typisch für dieses Land.
Österreich ist ja ein Vielvölkerstaat und diese Mischung aus Deutschen, Slawen und Serben ist schon explosiv.
Ich liebe Wien, aber es ist eine sehr traurige und depressive Stadt. Wir waren ja auch jahrelang führend bei den Selbstmordraten. Dennoch gibt es diesen typischen schwarzen Wiener Humor.
Man bringt sich zwar um, aber immerhin mit einem Lachen im Gesicht.“

Produziert wurde „Just Like Mine“ von Per-Anders Kurenbach, der schon bei Cyan und Psyche maßgeblich das Klangbild dominierte…

Michael Ruin: „ Ich mag Psyche sehr gern. Der Kontakt zu Per kam über Darrin Huss zustande. Zunächst hatte Per nur einen Remix für uns gemacht. Danach haben wir uns getroffen und gemerkt, dass wir vor allen Dingen menschlich sehr gut harmonieren. Für mich ist er einer der sympathischsten Menschen, die ich bislang kennen gelernt habe und er ist ein sehr einfühlsamer Produzent, der genau weiß, was wir wollen und es aus uns rauskitzelt. Von daher hat er einen sehr großen Anteil an Davos.“

Davos arbeiten gern mit deutschen Musikern zusammen und treten auch vorzugsweise in Deutschland auf.
Gilt der Prophet nichts im eigenen Land?

Michael Ruin: „ Das Problem in Österreich, vor allen Dingen in Wien, ist der Neid und die Eifersucht. Ich glaube, das ist in Deutschland nicht so ausgeprägt. Speziell im Osten habe ich es oft erlebt, dass die Leute gerne zu Konzerten von Bands gehen, die in ihrem Ort wohnen.
In Österreich ist es genau umgekehrt. L’Ame Immortelle z.B. haben in Wien jahrelang kein Konzert gegeben, weil sie von allen gehasst wurden, nur weil sie erfolgreich sind.
Von daher ist es sehr schwer, in Österreich Fuß zu fassen. Entweder die Leute kriechen dir in den Arsch oder sie hassen dich. Und diejenigen, die kriechen, wollen meist etwas von dir. Man muss erst im Ausland Erfolg haben, dann darf man wieder zurückkehren.“

Mit nur 42 Minuten Spielzeit und 10 Songs ist „Just Like Mine“ ein vergleichsweise kurzes Album, dafür aber auch extrem kurzweilig: Die Songs kommen ohne großes Brimborium und Ausschmückung auf den Punkt, was bleibt ist die Essenz und eine kompakte, einheitliche, fließende Atmosphäre.

Michael Ruin: „ Ich habe prinzipiell aufgehört, Alben zu kaufen, auf denen mehr als 14 Lieder sind. Weil ich weiß, was mich da erwartet.
Ich war immer ein großer !distain-Fan, doch als ich gesehen habe, dass ihr neues Album 15 Songs hat, habe ich es nicht gekauft. Wären 12 drauf, hätte ich es mir wahrscheinlich geholt.
Die Haltung dahinter ist, dass sich viele Bands nicht dazu durchringen können, die wirklich guten Songs für sich stehen zu lassen und das Album dann bewusst mit minderwertigeren Titeln auffüllen, in der Hoffnung, dass die beim DJ vielleicht auch kleben bleiben.
Darum habe ich die Alben der 80er Jahre so sehr gemocht. Große, klassische Alben wie ‚Faith’ von The Cure oder ‚Low Life’ von New Order hatten jeweils nur 8 Songs. Darüber hat sich damals niemand beschwert. Man muss eine CD nicht bis zum Rand mit zweitklassigen Songs und Remixen voll stopfen, zumal der Gesamteindruck und die Atmosphäre oft sehr stark darunter leiden. Eine der wenigen Bands, die das auch kapiert hat, ist And One. Bei denen ist auch kein Album über 45 Minuten lang, dennoch sind es allesamt tolle Platten!“

Davos-Homepage

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Die hier verffentlichten Artikel und Kommentare stehen uneingeschrnkt im alleinigen Verantwortungsbereich des jeweiligen Autors.

Mitglied Diskussion
berti Geschrieben am: 23.03.2008 18:29  Aktualisiert: 23.03.2008 18:29
Novize
Mitglied seit: 12.05.2004
aus:
Beitrge: 6
 Wer zählen kann ist klar im Vorteil
Wenn Michael Ruin mit dem letzten Distain-Album "Raise The Level" meint: Das reguläre Album hat genau 12 Titel.
 

 
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