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Interviews : Malaria Druckoptimierte Version Schicke den Artikel an einen Freund
Geschrieben von Ecki Stieg am 27.04.2001 16:55 (3171 x gelesen)

Malaria


Ruhm und Bewunderung war ihnen schon lange vergönnt - der große kommerzielle Erfolg dagegen nie. Dass er jetzt, fast 10 Jahre nach Auflösung von Malaria! eintritt, ist eine der wenigen Gerechtigkeiten der jüngeren Popgeschichte.




Entstanden 1981 aus den Ruinen der avantgardistischen Mania D. waren Malaria! Von Anfang an eine Ausnahmeband. Gegründet von Gudrun Gut, Bettina Köster und Manon P. Duursma entsprachen Malaria! Weder dem damals archetypischen Emanzenbild der Frauenband, noch konnten sie mit vergleichbaren Wave-Queens wie z.B. Siouxsie Sioux verglichen werden. Dafür besaßen die drei Ladies schlichtweg zuviel unterkühlten Stil und waren auch musikalisch kaum in eine Schublade zu packen: Die in den 80ern veröffentlichten Alben und Singles zeichneten sich durch sperrige, vorwiegend deutschsprachige Songs aus, die den typischen Punk ? und Wave-Rahmen jener Tage bei weitem sprengte.

Von ihren sperrigen, eher schwer konsumierbaren Werken der 80er Jahre ist und bleibt das damals schon umjubelte "Kaltes, klares Wasser? der definitive Hit der Band: Ein erotisierendes, minimalistisches Kleinod, das im Gegensatz zu den restlichen Songs auch noch tanzbar war. Das Stück behauptet sich bis heute als Underground-Hit. Nachdem auch die junge Wave-Generation das Original wieder für sich entdeckte, war es nur eine Frage der Zeit, bis dieses Stück remixed oder gecovert wurde. Gott sei Dank hat die Band selbst ein Auge darauf geworden und die junge Formation Chicks On Speed mit dem Remix beauftragt. Das Ergebnis: Ein Top 10 Hit - der erste in der Geschichte von Malaria!
Dieser Erfolg ist auch für die schon lange nicht mehr existente Band eine Überraschung.

Gudrun Gut: ?Ich habe nichts dagegen, dass das passiert ist ? gerechnet habe ich damit allerdings nicht. Doch als sich schon die limitierte 10?-Single so wahnsinnig gut verkaufte, merkte ich, das da was passiert. Ich selber bin ja auch DJ ? und immer, wenn ich diese Nummer aufgelegt habe, war die Tanzfläche voll ? und die Leute haben danach gefragt.?

Seit nunmehr 20 Jahren ist ?Kaltes, klares Wasser? ein Underground-Hit, der mehrere Generationen fasziniert hat, ohne je populär im kommerziellen Sinne gewesen zu sein. Was macht die Faszination dieses Stücks aus?

Gudrun Gut: ?Das ist für mich selber ein Rätsel. Es war eigentlich ein Stück, das wir speziell für unsere Liveauftritte geschrieben haben. Wir brauchten noch eine einfache, straighte Nummer mit einem einfachen Beat. Aufgenommen haben wir das Stück eigentlich nebenbei während einer Tournee in Brüssel. Mit diesem Erfolg hat damit niemand von uns gerechnet.?

Während ihrer immer wieder durch andere Projekte unterbrochenen 12jährigen Karriere haben Malaria nur ganze 2 reguläre Alben aufgenommen (?Emotion?, 1982; ?Cheerio?, 1993). Dazwischen gab es Solo-Projekte, die Band Matador und nicht zuletzt Gudrun Guts ?Ocean Club?-Projekt, bei dem sie mit namhaften Größen der Wave ? und Techno-Szene zusammenarbeitete. So gesehen schließt sich mit dem aktuellen Remix-Album ?Versus? auch der Kreis. Trotz der Tatsache, dass sich das Album ausschließlich auf die Werke der 80er Jahre beschränkt, ist es kein Bruch, sondern der logische, vorläufige Endpunkt einer Entwicklung und ein schönes Endkapitel der Malaria!-Historie. Bearbeitet wurden die Songs u.a. von Dr. Motte, Barbara Morgenstern, Thomas Fehlmann oder DJ Koze. Das Resultat ist auch für Puristen erfreulich: Überwiegend sehr sensibel wurden die alten Songs mit sanften bis fordernden Rhythmen angereichert, ohne den Charme des Originals zu zerstören, wie es leider auf dem 93er Remix-Album "Delerium" geschehen ist.

Gudrun Gut: ? Durch meine DJ-Tätigkeit habe ich Kontakt zu sehr vielen Remix-Künstlern. Die Remixe sollten kommerziell sein, gleichzeitig dem Geist der alten Malaria! entsprechen. Ich wollte die Ecken und Kanten schon erhalten. Darum habe ich bewusst Autoren ausgesucht als reine handwerkliche Produzenten, die einen Mix nach Schema F erstellen. Ich wollte Leute, die etwas zu sagen haben, zudem musste die Mischung stimmen.?

Bizarrer Nebeneffekt des neuen Erfolges ist, dass viele jüngere Fans Malaria! für eine ganz neue Band halten....

Gudrun Gut: ?Du wirst Dich wundern. Wir haben gestern ein MTV-Interview gemacht und die haben mich tatsächlich gefragt, wann wir wieder auftreten! Auch die haben gedacht, wir wären Newcomer! So gut informiert ist MTV!?

Eine Reunion schließt Gudrun trotz des momentanen Erfolges definitiv aus.

Gudrun Gut: ?Diese Frage kann ich mit einem ganz eindeutigen ?Nein!? beantworten. Erst einmal habe ich selber so viele interessante Sachen, die ich selber verwirklichen möchte, zudem gibt es einige persönliche Differenzen, die dem im Wege stehen. Doch ich freue mich über diesen späten Erfolg. Für mich ist das auch eine Aufarbeitung der deutschen Popgeschichte, die den Jüngeren zeigt, dass es nicht nur Kylie Minogue sondern auch andere Frauen gibt, die Musik gemacht haben...!?


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