Kraftwerk

Datum 10.06.1998 19:37 | Thema: Interviews

Kraftwerk



Es klingt schon wie ein Klischee ? doch jede Band, die in irgendeiner Weise mit elektronischer Musik zu tun hat, bezieht sich ? wenn nach ihren Vorbildern gefragt ? auf KRAFTWERK.

Die Gründe, warum gerade diese Gruppe Vorreiter war und Maßstäbe setzen konnte, sind so vielfältig wie im historischen Rückblick teilweise massiv verklärt.
Außer Zweifel steht, daß die Band in den 70ern musikalisch und stilistisch neue Wege beschritt, die ? für die damalige Zeit , in der die Diktatur der anglo-amerikanischen Popkultur noch bestens funktionierte, recht ungewöhnlich!? auch große Relevanz für vornehmlich britische Popmusiker besaß.
Bands wie Depeche Mode, Human League, aber auch Cabaret Voltaire, Laibach oder Front 242 wären ohne KRAFTWERK nicht möglich gewesen.


Doch wie zahlreiche andere große Musiker auch brauchten KRAFTWERK relativ lange, um ihren Weg zu finden, ihren Stil zu definieren. Nämlich genau drei Alben.

Im Grunde genommen sind es vier Alben. Das erste erschien 1970, noch unter dem ursprünglichen Bandnamen Organisation.

Das erste und einzige Organisation-Album trug den Titel "Tone Float". Ebenso wie andere, zeitgleich startende Elektro-Pioniere war auch bei Organisation das Bestreben, Alternativen zu bereits existierenden Rock ? und Pop

Schemata zu finden, die Hauptantriebsfeder.

So war ? ebenso wie die frühen Alben ähnlich motivierter Bands wie Tangerine Dream oder auch Can ? auch "Tone Float" gekennzeichnet von atonale, im Vergleich zu den späteren KRAFTWERK geradezu unstrukturierten, improvisierten Klängen, die noch mit konventionellem, allerdings bearbeiteten, verfremdeten Instrumentarium eingespielt wurde.

Ebenso wie bei KRAFTWERK waren Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben die treibenden Kräfte hinter Organisation.

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen autodidaktischen elektronischen Pionieren jener Zeit waren Hütter und Schneider klassisch ausgebildete Musiker und zudem aus gutem Hause.
Florian Schneider-Esleben (geboren 1947) war der Sohn von Paul Schneider, einem namhafter Architekten, der nach dem 2. Weltkrieg für einen Großteil der neu errichteten Architektur im Rheinland, vornehmlich für Bahnhöfe und Flughäfen verantwortlich war. Ralf Hütter (geboren 1946) wuchs in Krefeld als Sohn eines Doktors auf.

Sowohl in Organisation als auch in den frühen KRAFTWERK sahen sich Schneider und Hütter dennoch weniger als Musiker, sondern als "Performance-Künstler", die mit Vorliebe in Kunstakademien auftraten.

Sogenannte "Street-Credibility" haben Scheider und Hütter nie besessen und auch nie angestrebt. Und sie haben es von vorherein vermieden, sich ? wie Tangerine Dream z.B. ? zunächst als eine schlechte, nicht funktionierende anglo-amerikanische Rockkopie zu versuchen.

Ihre Wurzeln war die "musique concrete", also jene Stilrichtung der 50er Jahre, in der elektronische Musik mit Hilfe verfremdeter Tonbandaufnahmen erzeugt und Alltagsgeräusche montiert und verfremdet wurden. Und sie waren beeindruckt von Karlheinz Stockhausen, jenem neoklassischen Komponisten, der schon Jahre vor KRAFTWERK mit elektronische Verfremdungen arbeitete und mit dem KRAFTWERK Anfang der 70er sogar gemeinsame Konzerte gaben.

KRAFTWERK selbst waren noch nicht so weit. Auf dem Organisation-Album "Tone Float" waren neben Schlagzeug und Bass lediglich eine von Ralf Hütter gespielte Orgel zu hören, Florian Schneider spielte Flöte und Violine....!

Das Album "Tone Float" wurde in Deutschland bezeichnenderweise nur als Import-Platte verkauft und erzielte magere Verkaufszahlen.

Schneider und Hütter benannten sich noch im selben Jahr in KRAFTWERK um und nahmen das von Conny Plank produzierte erste Album auf, dessen Cover ein Straßenhütchen zierte, das bis heute eines der visuellen Markenzeichen der Band geblieben ist!

Obwohl Ralf Hütter und Florian Schneider dieses Album (wie auch die zwei nachfolgenden!) heute lieber begraben sehen möchte, offenbart es dennoch die Wurzeln der späteren KRAFTWERK-Ästhetik: Im Gegensatz zu den noch stark improvisierten Klängen von Organisation , war "Kraftwerk 1" geprägt von stark strukturierter, geradezu mechanischer Musik, die zwar immer noch mit herkömmlichen Instrumenten wie Schlagzeug, Flöte und Orgel erzeugt wurde, aber bereits die sehr eckigen, repetitiven Strukturen aufwies, die später so typisch wurden für die Band.

Im Gegensatz zu "Tone Float" wurde das Album in Deutschland veröffentlicht ? und mit dem Opener "Ruckzuck" konnte KRAFTWERK zudem den ersten Undergroundhit landen.

Neben den Nukleus Hütter und Schneider gehörten zu jener Zeit auch noch die Schlagzeuger Klaus Dinger und Andreas Hohmann zur Gruppe.

Hütter und Schneider installierten bereits zu jener Zeit das heute legendäre "Klingklang"-Studio, ein 60 qm großer Raum in der Nähe des Düsseldorfer Bahnhofs, in dem die Band ihre Aufnahmen und Experimente vorbereitete, um sie später in einem größeren Studio in der finalen Form abzumischen.

1971 erspielte sich die Band durch zahlreiche Liveauftritte eine kleine, aber schon damals loyale Anhängerschaft.

1971 war aber auch ein turbulentes Jahr für KRAFTWERK, das zudem fast das Ende der Band bedeutet hätte.

Zunächst verließ Andreas Hohmann die Band, dafür stiegen der Gitarrist Michael Rother und Eberhardt Krahnemann ein. Diese Besetzung überlebte allerdings nur eine einzige Übungssession, die mit dem Ausstieg von Ralf Hütter endete.

6 Monate lang trat die Band in der Besetzung Schneider/Rother/Dinger auf ? und die wieder sehr stark improvisierten Klänge, die hier produziert wurden, hatten mehr Ähnlichkeit mit dem, was Dinger und Rother kurze Zeit später in der Formation Neu! weiterführten.

Das einzige verfügbare Klangdokument des Trios wurde in einem Auftritt der deutschen TV-Sendung "Beat Club" dokumentiert. Schneider, Rother und Dinger improvisierten dort das Stück "Rückstoß Gondoliere

Das Trio nahm sogar eine 35minütige Session im Studio von Conny Plank auf, die bis heute nicht veröffentlicht wurde und ? laut Michael Rother ? wahrscheinlich im Keller von Florian Schneider der Wiederentdeckung harrt.

Und es war vor allen Dingen Florian Schneider, der das Ergebnis dieser Session schon damals nicht veröffentlichen wollte und extrem unzufrieden war.

Dinger und Rother verließen daraufhin die Band und gründeten Neu!, die kurz darauf selbst drei epochale Alben veröffentlichten, die von der Attitüde, vom Sound und vom Cover dennoch große Parallelen zu den ersten drei KRAFTWERK-LPs aufweisen.

Im Spätsommer 1971 fanden Ralf Hütter und Florian Schneider wieder zusammen und produzierten ? nun als Duo ? in nur 7 Tagen das zweite Album "Kraftwerk 2".

Auch diese LP zierte das mittlerweile berühmt Hütchen ?und musikalisch war sie eine Rückkehr zu den festeren Strukturen, die bereits auf dem Debüt zu hören waren. Zudem war "Kraftwerk 2" entschieden weicher und harmonischer als der Erstling und bot mit dem 17minütigen "Klingklang" einen weiteren Klassiker. Die Verquickung von "kalter" Technologie mit kindlichen, im positiven Sinne naiven Klängen und Merkmalen kristallisierten sich bereits in diesem Stadium heraus.

Optisch allerdings war die Band von ihrem späteren Image noch weit entfernt: Auf den bewußt dilettantisch, überbelichteten Fotos im Innencover zeigte sich Florian Schneider in einem Leopardenfellimitat , Ralf Hütter mit Kassenbrille.

Obwohl 1972 das internationale Interesse an neuer deutscher Musik ständig wuchs und Bands wie Tangerine Dream oder Can ihre ersten Erfolge im Ausland feiern konnten, gehörten KRAFTWERK auch nach der 2. Veröffentlichung und 60.000 verkauften Exemplaren immer noch zur zweiten Liga.

Dennoch hatten KRAFTWERK die Möglichkeit, nicht zuletzt wegen ihrer vermögenden Eltern, ihr "Klingklang"-Studio weiter auszubauen und zu verfeinern. Dieser finanzielle Rückhalt ermöglichte es ihnen zudem, sich bereits in diesem frühen Stadium zu entscheiden, keine exzessiven Tourneen zu veranstalten oder gar als Vorgruppe aufzutreten.

Erst 1973 gab die Band ihr erstes Konzert außerhalb Deutschland in einem Vorort von Paris.

Zu jener Zeit kam auch der Beuys-Schüler Emil Schult in die KRAFTWERK-Welt und ist bis heute der "unsichtbare" dritte Kopf (obwohl sein Konterfei mehr oder weniger versteckt auf den Alben "Ralf und Florian" und "Radioaktivität" zu finden ist....!) Schult war ein multimedial interessierter Künstler, der zunächst nur als Gast, Berater und Sessionmusiker auftrat. Schult war es aber auch, der das spätere Image der Band maßgeblich prägte, sie überzeugte, deutsche Texte zu singen (die in der Regel von ihm geschrieben wurden!)

sowie für das Artwork zuständig war.

Es ist nicht zuletzt auch sein Verdienst, daß das 73er KRAFTWERK-Album "Ralf und Florian" zu dem ersten wirklich von der Elektronik dominierten Album geriet, das dem später definierten Stil schon sehr nahe kam: "Ralf und Florian" war weit weniger improvisiert als die beiden Vorgänger, geprägt von minimalistischen, verspielten Klanglandschaften und einer oftmals teutonischen, mollgeschwängerten Melodik, die in reizvollem Kontrast zu den bereits hier erkennbaren mechanischen Strukturen stand. Obwohl KRAFTWERK von den Lesern des deutschen Musikmagazins "Sounds" zur beliebtesten Band und Florian Schneider zum Instrumentalisten des Jahres gewählt wurde, war ihnen der Durchbruch noch nicht gelungen.
KRAFTWERK waren eine Band, die hauptsächlich von anderen Musikern und Kritikern hofiert wurde. Ihr oftmals zur Schau getragener Intellekt, sowie ihre beharrliche Weigerung, ausgeprägte Tourneen zu unternehmen, taten das ihre dazu.

Doch mehr als andere Bands erweiterten KRAFTWERK nicht allein ihr elektronisches Equipment, schon sehr früh feilte die Band an einem eigenen, unverwechselbaren Stil, der im Vergleich zu dem ihrer Kollegen zunehmend minimalistischer aber auch bildlicher wurde; es war das Kreieren einer neuen "musique concrete", mit dem Unterschied, das Alltagsgeräusche nicht verfremdet, sondern mit Hilfe analoger, elektronischer Geräte imitiert und musikalisch erweitert wurde. Im Grunde also auch eine neue Form der Programmmusik.

Das erste Ergebnis dieses neuen, ausgefeilten Konzepts war das 74er Album "Autobahn", das die Band heute als ihr erstes "offizielles" Album bezeichnet.

Aufgenommen wurde "Autobahn" mit Klaus Roeder sowie Wolfgang Flür, der schon seit 1972 sporadisch mit der Band auftrat und nun zum festen Mitglied wurde.

Das Titelstück "Autobahn" nahm die gesamte erste Seite der LP ein und war eine durch warme, analoge Synthesizer- Klänge bezaubernde virtuelle Autofahrt.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich dieses Stück zum ersten Mal im Radio wahrnahm (in Mal Sandock?s "Diskothek im WDR"), ebenfalls an die Pro ? und Contra-Diskussionen am darauffolgenden Schultag.

Klar war: derartige Klänge hatte es bislang noch nicht gegeben. Selbst die mittlerweile im Schönklang schwelgenden, weitaus erfolgreicheren Tangerine Dream hatten es bis zu diesem Zeitpunkt nicht geschafft, ähnliche entrückte Klänge auf einer ebenso minimalistischen wie auch chartskompatiblen Basis zu produzieren. Und noch etwas war neu: "Autobahn" war das erste KRAFTWERK-Stück mit Gesang. Zudem mit deutschen Gesang, der in der Popmusik bis dahin ohnehin ein Novum war.
Der hauptsächlich von Emil Schult verfaßte Text war ebenso kindlich und minimalistisch, wie die Musik. Erst später wurde offenbart, daß die prägnante Zeile "Fahrn, fahrn fahrn auf der Autobahn" ein verstecktes Tribut an die Beach Boys und ihr "Fun Fun Fun" war. Ralf Hütter war ein großer Fan dieser Band und ihres Klangtüftlers Brian Wilson und hat die Beach Boys mehrere Male getroffen.


Ralf Hütter
"Autobahn" war eigentlich nur das Ergebnis langer Tourneen in Deutschland. Auf dem Cover ist auch noch mein alter VW-Käfer zu sehen. Wir sind damals hunderttausende Kilometer gefahren und es war naheliegend, einen Song über unsere wirklich Erfahrungswelt zu machen. Der Song enthält ja auch die Zeile ?Jetzt schalten wir das Radio an und aus dem Lautsprecher klingt es dann: Wir fahrn auf der Autobahn? Es war eine Fiktion, die dann ja auch tatsächlich stattgefunden hat


Das Originalcover der Autobahn-LP zierte ursprünglich noch ein Gruppenfoto, das die damals noch langhaarigen Herren Hütter, Flür, Roeder und Schneider zeigt. Dieses Foto wurde später durch ein Livefoto ersetzt, das statt Roeder den später hinzugekommenen Karl Bartos abbildet.

"Autobahn" wurde ein internationaler Erfolg.

Der Single-Edit des Titelstücks wurde weltweit zu einem Top 20 Hit und KRAFTWERK konnten für das Album mehrere Goldene Schallplatten einheimsen.

Trotz der Tatsache, daß auf diesem Album eine Großzahl stilistischer Neuerungen zu hören sind, war es dennoch ein Bindglied zwischen den "alten" und "neuen" KRAFTWERK. So gemahnten Stücke wie "Mitternacht" oder "Morgenspaziergang" noch deutlich an das vorangegangene Album "Ralf und Florian", neu war allerdings der strenge konzeptionelle Charakter des Albums: Wie alle nachfolgenden Alben besaß es ein programmatisches Thema, das ihn vielerlei Facetten filmisch ausgeleuchtet und umgesetzt wurde.


Ralf Hütter
Akustische Filme ? es ist genau das, was uns immer vorschwebte. Man sollte die Musik sehen können. Und das haben wir früher mit Videos oder Dias unterstützt. Wir haben uns auch nie als Musiker verstanden, sondern waren immer um die Darstellung des gesamten Produkts bemüht.


Und das war 1974 in der Tat ein neuer Ansatz. Obwohl KRAFTWERK, allen voran Florian Schneider, schon früher mit einem bizarren Image gespielt hatten und auf dem Album "Ralf und Florian" wie verhinderte Spätkonfirmanden aussahen, hatte die Band bislang noch nicht bewußt an ihrem äußeren Erscheinungsbild und Auftreten gearbeitet.

Das änderte sich nach der Veröffentlichung von "Autobahn".

Für die damalige Zeit, in der Schlaghosen, lange Haare und Bärte ungemein en vogue waren, schnitt sich die Band die Haare kurz, scheitelte sich mit Pomade und kleidete sich im Stil der späten 50er Jahre. Für die damals rebellierende, sich links gebende, von Hippies dominierte Rockszene war dies eine Provokation, und KRAFTWERK wurden sogleich mit dem Faschismusverdacht belegt.

Doch KRAFTWERK bestärkten diese ebenso dumme wie falsche Vermutung noch insofern, als daß sie sich in der Tat als deutsche Band definierte und sich vornehmlich deutscher Attribute und Themen bediente.

Doch damit nicht genug: KRAFTWERK spielten das Rock?n Roll-Spiel nicht mit, sie weigerten sich, vor allem deutschen Journalisten Interviews zu geben, sie waren schweigsam, lebten versteckt und bauten so recht schnell einen künstlerischen und sozialen Kokon um sich herum, der zugleich die Kommunikation und Zusammenarbeit mit anderen Musikern ausschloß.

Der Kult war geboren.

Paradoxerweise wirkten KRAFTWERK trotz ihres fast überzeichneten, "deutschen" Images auch hierzulande wie Exoten. Zudem ist Ralf Hütter, der in dieser Zeit zum Kopf und Mastermind der Band avancierte, eine der wenigen wirklichen Diven der ersten deutschen Elektronikergeneration.

Ich war immer überrascht mit Musikern wie Klaus Schulze, Edgar Froese oder auch Karl Bartos geradezu hemdsärmelige Frohnaturen kennenzulernen, die in keiner Weise ihrem durchgeistigten, introvertierten oder abgehobenen Image entsprachen.

Ralf Hütter dagegen lebt sein Image.

Natürlich haßt er Interviews, allein aus dem Grund, weil eine der Hauptmaxime dieses Images die Mystik ist. KRAFTWERK haben (bis auf eine einzige Ausnahme) nie eine wertende Stellung bezogen, nie etwas kommentiert und ? gemäß der späteren Imageerweiterung der "Mensch Maschine" ? nie etwas persönliches preis gegeben.
KRAFTWERK lachen nicht, zeigen keine Emotionen, halten sich zurück. Understatement als Stil..





Unter diesen Gesichtspunkten, waren die zwei Interviews, die ich 1991 kurz hintereinander in London ( Juli 1991) und in Köln (August 1991) zur Veröffentlivhung ihres bis heute letzten Albums "The Mix" geführt habe (und deren Essenz hier zu lesen ist) , relativ gesehen recht ergiebig, obwohl Ralf Hütter stets bemüht ist, nur das Allernotwendigste zu sagen und es lieber bei Beschreibungen beläßt, anstatt zu erläutern, zu kommentieren und zu deuten.

Kleine Anekdote am Rand: Für das Interview im EMI-Gebäude in Kölm mußte der Raum, in dem das Interview stattfand, in den Farben der aktuellen "The Mix"-LP gestrichen werden. Hütter selbst erschien imagegerecht gekleidet zum Termin ? und das, obwohl logischerweise keine Fotos gemacht werden durften.

Das Mysterium, das KRAFTWERK umgibt, ist keine Medienlegende. Der verantwortliche A & R-Mann ihrer Plattenfirma bestätigte gerne, daß niemand weiß, wo die Bandmitglieder leben, zudem gibt es keinen telefonischen Kontakt, sondern lediglich einen Faxanschluß auf der KRAFTWERK-Seite.

Darüber hinaus erschrickt Hütter die entnervten Mitarbeiter seiner Plattenfirma mit Vorliebe, indem er z.B. bei wichtigen Pressekonferenzen exakt auf die Minute erscheint und danach ebenso schnell wortlos wieder entschwindet.

Wann ein neues Album erscheint, weiß niemand. Wie der geneigte KRAFTWERK-Fan lernen mußte, kann dies mittlerweile über 10 Jahre dauern. Vor der Veröffentlichung des lang ersehnten 91er Albums "The Mix" rief Hütter lediglich lakonisch bei der EMI mit den Worten an: "Hier Hütter. Ich hätte gern einen Termin für eine Überspielung.

Das oben beschriebene Image wurde auf dem 75er Album "Radioaktivität" erstmals richtig geformt. Die Band steuerte ? nicht zuletzt Dank der Hilfe von Emil Schult ? fast alles selbst und hatte ihr "Kling Klang"-Label gegründet. Klaus Röder hatte die Band verlassen und wurde von dem Perkussionisten Karl Bartos ersetzt.

Das "klassische" Line Up Hütter, Schneider, Flür und Bartos hielt bis 1990.

"Radioaktivität" war kommerziell zwar weniger erfolgreich als "Autobahn", enthielt mit dem Titelstück aber dennoch einen der KRAFTWERK-Klassiker, der auch heute noch zwingend ist für jede gut sortierte Elektro-Disco.

"Radioaktivität" erschien zur Hochzeit der Anti-AKW-Bewegung und die im Song formulierte Parallelität von Ätherwellen und Gammastrahlen war für die linke und aufkeimende grüne Szene eine unverantwortliche Verharmlosung und Provokation.

Doch KRAFTWERK ging es um etwas anderes. Schon auf "Radioaktivität" formulierten sie schon vage ihr Konzept der "Mensch Maschine": Energie, Materie und die menschliche Stimme, die aus dem Radio schallt sind eins, sollen miteinander harmonieren....

Ralf Hütter
Auf jeden Fall. Und ein wichtiger Gedanke dabei ist auch, daß die elektronische Musik eng mit der Radiowelt verbunden ist. Aus Radios und Sendeinstrumentarien wurden von kreativen Köpfen Musikinstrumente entwickelt. Für uns war das Album auch eine Hinwendung an die erste Generation der elektronischen Komponisten.

Wir sind ja eigentlich die zweite Generation von elektronischen Musikern. Wir gehen an die Sache anders heran und die Radiowelt hat für uns immer eine wichtige Rolle gespielt. Wir haben uns selbst auch als eine Art Radiostation verstanden. Wir senden Wellen aus und empfangen auch welche.


Der Song "Radioakativität" ist eines der wenigen Stücke, das ich im Verlauf der KRAFTWERK-Karriere nicht nur musikalisch, sondern auch textlich radikal verändert hat. Aus "Radioaktivität" wurde auf dem 91er "The Mix"-Album "Stoppt Radioaktivität" und ist der vielleicht einzige KRAFTWERK-Song, der bewußt Stellung bezieht. War es für Hütter ein Problem, daß der Song 1975 als ein Statement für Atomkraftwerke gewertet wurde?

Ralf Hütter
Nein, ich denke, das ist schon immer richtig verstanden worden. Wir wollten die Dinge einfach noch deutlich aussprechen, aufgrund der Unfälle, die es in den letzten Jahren gegeben hat.


"Radioaktivität" war zudem das erste komplett durchstrukturierte Konzeptalbum der Band, in dem jeder Song einen direkten Bezug zum Albumthema hatte, auch wenn dieser Bezug manchmal humoristisch wirkte (wie in der 15sekündigen, aus Zeitzeichen bestehenden "Sendepause")

Zu jener Zeit produzierten und veröffentlichten KRAFTWERK noch in regelmäßigen, überschaubaren Abständen, und so erschien Anfang 1977 das Album "Trans Europa Express".

Es war die Zeit, in der Punk und New Wave für neue Verhältnisse sorgten und viele gestandene, etablierte

Rockmusiker kurzfristig irritierte und hinweg fegte.

KRAFTWERK gehörten ? neben Künstlern wie David Bowie, Lou Reed oder Iggy Pop ? allerdings zu den wenigen Musikern, die von der neuen Generation akzeptiert wurde ? mehr als das: Bands wie The Human League, Ultravox! oder Cabaret Voltaire erklärten sie gar zu ihren Helden und übernahmen ? oftmals sehr direkt ? ihre modischen Attribute und Themen.

KRAFTWERK selbst zollten mit dem Titelstück den Herren Bowie und Pop Tribut: "Wir laufen ein in Düsseldorf City ? und treffen Iggy Pop und David Bowie

KRAFTWERK hatten ihr Image inzwischen noch mehr verfeinert und gaben sich auf dem Cover als eine bizarre Mixtur aus Kameradschaftstreffen und Young Urban Professional.

Ebenso wie "Radioaktivität war auch "Trans Europa Express" ein durchstrukturiertes Konzeptalbum, das vor allem durch sein durch elektronisch harte Rhythmen dominierendes Titelstück bestach, dessen Sound Jahre später sowohl von der kontinentalen EBM- als auch von der amerikanischen Hip-Hop-Szene aufgegriffen und hundertfach gesampelt worden ist.

Der Grund, warum KRAFTWERK zu den am meisten abgesampleten Bands überhaupt gehören, ist nicht zuletzt in den minimalistischen Strukturen und "freistehenden" Sounds zu suchen; ganz abgesehen davon sind die alten, analogen Klänge, die mit damals teilweise selbst gebauten Instrumenten erzeugt wurden, heute nur sehr schwer zu kopieren oder zu reproduzieren.

Lange bevor ein geeintes Europa Tagesgespräch wurde, waren KRAFTWERK mit "Trans-Europa-Express" der Songs wie "Europa Endlos" Verfechter des europäischen Gedankens....


Ralf Hütter
Wir leben im Rheinland und das ist eine sehr gemixte Kultur. Wir brauchen nur eine halbe Stunde, um nach Holland oder Belgien zu kommen. Und in vier Stunden auf der Autobahn ist man in Paris.

Musik ist eine Sprache, die Menschen verschiedener Kulturen zusammen bringt. Und der Trans Europa Express ist ein technologisches Musikinstrument, der auf mechanischen Notenlinien quer durch Europa fährt.


Oftmals wurde damals die Frage gestellt, wann Kraftwerk nach "Autobahn" oder "Trans Europa Express" denn nun ein Konzeptalbum über das Fliegen machen. Doch das ist nie passiert und wird wohl auch nie passieren, denn viel wichtiger als die Fortbewegung war die Mechanik, das Ineinanderverzahnen der Räder, Rhythmus.

Und diese Elemente spielten auch bei dem nachfolgenden Album "Die Mensch Maschine" eine große Rolle.

1978 veröffentlicht, wurde hier die auf den vorangegangen Alben bereits angedeutete Idee der "Mensch Maschine" vervollkommnet.

Zu diesem Album gab es drei parallel stattfindende Release-Parties, doch nur auf einer waren KRAFTWERK selbst anwesend, die anderen zwei wurden mit mechanischen Roboter-Imitaten der Band bestückt.

"Die Mensch-Machine" war das mit Abstand "kälteste" Album bislang, das oftmals schon etwas statisch wirkte, obwohl es ? als netten Kontrast den bis dato einzigen Lovesong der Band, nämlich "Das Model" enthielt, der allerdings erst 1981 ? zur Hochzeit der "Neuen Deutschen Welle" ? zum Top Ten Hit wurde und in England sogar bis Platz 1 der Charts gelangte.

Zum Hit wurde auch der Opener "Die Roboter", der das Konzept auf den Punkt brachte: Mensch und Maschine müssen eine Einheit sein, zugleich wurde auch die Motorik, die Mechanik im Menschen selbst stilisiert...!

Ralf Hütter
Es ging um die symbiotische Koexistenz von Mensch und Maschine. Nur so kann es weitergehen. Als reines Ausbeuter ? oder Herrscherprinzip kann es nicht weitergehen, das wird zu Katastrophen führen, die wir ja schon haben.

Die einzige Möglichkeit ist ein Zusammenleben. Und dasselbe traf für uns in unserem konkreten Lebensraum zu. Wir machen Musik mit Maschinen, also gibt es keinen Grund, das zu leugnen und Musikinstrumente, die technologischen Inhalts sind, mit Holzvertäfelungen zu verkleiden oder mit Girlanden zu beschmücken, sondern sie so transparent zu machen, wie sie sind und ihre Eigenständigkeit zu zeigen.

Auf dem Cover zeigten sich KRAFTWERK in roten Anzügen als "Helden der Arbeiterklasse" ? angelehnt an Propagandaplakate des damals noch kommunistischen Rußlands, unterstrichen noch durch die Schriftzüge in russischer Sprache.

Ralf Hütter
Der Ursprung des russischen Begriffs "Robotnik" ist "Arbeiter". Und wir selbst sehen uns auch als Arbeiter, als Arbeiter der Stirn in der Welt der Musik.

Und das nimmt auf diesem Album deutlich Gestalt an. In dem Song "Die Roboter" heißt es ?Ich bin Dein Diener, ich bin Dein Roboter?. Genau darum geht es, im Zusammenhang einer Musikwelt.


Viele Elemente der KRAFTWERK-Videos und des Albums "Die Mensch Maschine" sind stark von der Ästhetik des deutschen Filmemachers Fritz Lang inspiriert.

Vor allen Dingen Langs Klassiker "Metropolis" scheint es KRAFTWERK angetan zu haben ? letztendlich trägt auch ein Song des "Mensch Maschine"-Albums diesen Titel....

Ralf Hütter
Eine bestimmte Phase in dem Film stellt das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine ziemlich perfekt da, besonders in den Szenen, wo Menschen in diesen Maschinenprozeß eingebunden sind und auch Opfer dieser Maschinen sein können ? oder es beherrschen....

Die Beschäftigung mit dieser Thematik und die Roboterisierung des Menschen hat da schon ziemlich früh sichtbare Formen angenommen ? und wir haben das für uns als geistige Verwandtschaft empfunden und solche Gedanken weiter angewendet.


Nach diesem Album erschien erst 1981 der Nachfolger "Computerwelt" ? für viele das beste Album dieser Band. Dem kann ich mich zwar nicht anschließen, doch zusammen mit "Die Mensch Maschine" ist es mit Abstand das in sich stimmigste Werk.

"Computerwelt" war wieder ein streng strukturiertes Konzeptalbum, das elektronische Alltagsgegenstände wie Heimcomputer oder Taschenrechner stilisierte. Anfang der 80er Jahre, als ein Großteil der alternativen Szene noch sehr technologiefeindlich eingestellt war, mußte auch dieses Album provozieren.

Heute ist der Heimcomputer in fast jedem Kinderzimmer zu hause und "Computerwelt" gilt retrospektiv als wegweisend und weitsichtig.

Sind KRAFTWERK Propheten, die am Ende doch Recht behalten haben?

Ralf Hütter
Das nicht unbedingt. Das war einfach unsere Alltagserfahrung. Auch wir haben zuerst nur Musik auf analogen Instrumenten gemacht, dann kam der Zugang zu PC?S und ähnlichen Geräten. Früher gab es so etwas ja nur in Großlabors ? und plötzlich konnten wir mit diesen Dingen arbeiten. Wir haben dann nur umgesetzt, was das in unserem Lebensprozeß bedeutet und wie wir damit im Alltag umgehen.


Bis zum nächsten Album ließen sich KRAFTWERK mehr als 5 Jahre Zeit. Diese Pause war allerdings nicht ganz freiwillig und hatte mit der nun ständig zunehmenden paranoiden Haltung der Band, speziell der Ralf Hütters zu tun.
Als KRAFTWERK Anfang der 70er Jahre begannen, elektronische Musik zu kreieren, waren sie Pioniere, Vorreiter, deren technologischer Vorsprung allein kaum einzuholen war.

Doch Anfang der 80er Jahre sah die Situation schon etwas anders aus.

Mittlerweile war eine neue Generation elektronischer Musiker herangewachsen, die in irgendeiner Weise allesamt von KRAFTWERK beeinflußt waren und zunehmend eigenes Profil zeigten. Darüber hinaus war der Zugang zu neuen Technologien bereits weitaus billiger und einfacher.

KRAFTWERK, die bislang mit jedem Album überraschen und Maßstäbe setzen konnten, fürchteten um ihre Vorreiterrolle.

So arbeiteten sie emsig an ihrem nächsten Album "Techno Pop", das wiederum ein Konzeptwerk sein sollte, auf dem das Fahrrad, bzw. das Fahrradfahren im Mittelpunkt steht.

Die LP war eingepielt, hatte ein Bestelnummer und zahlreiche Exemplare waren bereits gepreßt, als sich die Band entschloß, das Album zurückzuziehen.

Der Grund war allerdings nicht etwa die mangelnde Qualität der Songs, sondern die mittlerweile "veraltete", analoge Instrumentation und das damit verbundene Produktionsverfahren.

Von dem Album übrig blieb nur die Single "Tour De France". Ein Teil der anderen Songs ist auf dem 86er Album "Electric Cafe" sowie auf zahlreichen Bootlegs zu hören, wie z.B. auch die extrem charmante Frühversion des Titelstücks "Techno Pop". "Tour De France" wurde sogar zur offiziellen Hymne der französischen Tour De France gekrönt.

Wie schon auf "Autobahn" oder "Trans Europa Express" war auch hier Bewegung und Mechanik das Thema, und im Kontext der Ideologie der "Mensch Maschine" besitzt das Fahrrad bei KRAFTWERK eine Sonderstellung.

Die Band selbst fährt begeistert Rad und beim Fahrradfahren arbeiten Mensch und Maschine besonders eng zusammen...

Ralf Hütter
"Wir fahren oft mit unseren Rennmaschinen in den Dolomiten und sind auch einige der Pässe der Tour De France schon gefahren.
Das Fahrradfahren ist eine der Musik sehr verwandte Tätigkeit für mich, wie die Rhytmisierung der Bewegung, der Wind und die mechanischen Geräusche, die natürlich sehr leise sind und die wird für diesen Song gesampelt haben, genauso wie meinen Atem. Wir haben immer Musik aus unseren Erfahrungen gemacht. In der Sporthochschule habe ich damals auch meinen Körper durchleuchten und Herzdiagramme ausdrucken lassen. Die haben wir allerdings noch nicht veröffentlicht. Vielleicht machen wir das noch...!


Erst 1986 erschien der Nachfolger des umjubelten 81er Albums "Computerwelt": "Electric Cafe".

Es war das erste Album der Band, das auch international vorrangig schlechte Kritiken einstecken mußte. "Electric Café" war ? wie geplant ? mit digitaler Klangtechnik eingespielt worden, doch der analoge Charme und Stil hatte sich nur marginal verändert. Dennoch war "Electric Cafe" konzeptloses, zerfasertes Album.

Abgesehen von der einheitlichen ersten Seite, auf dem das bereits für das unveröffentlichte 83er Album eingespielte "Techno Pop"-Thema endlos variiert und mit den Klängen eines neuen Sprachcomputers angereichert wurde (allerdings ohne die von der Demo-Aufnahme harmonische Melodie) , war vor allen Dingen die zweite Seite mit Songs wie "Der Telefonanruf" oder "Sexobjekt" wirklich enttäuschend, nicht zuletzt deshalb, weil die einstmals so treffenden, prägnanten Texte zugunsten alberner digitaler Spielchen ad absurdum geführt wurden.

Auch kommerziell erfüllte das Album nicht die Erwartungen und verfehlte sowohl in Deutschland, als auch in England die Top 20.

Ralf Hütter
Der Grund, warum wir das "Techno Pop"-Album nicht veröffentlicht haben, war der, daß wir zur Zeit der Aufnahme die Übergangsphase von analog zu digital hatten. Und wir waren etwas unentschlossen, ob wir das Album nun analog zu Ende führen sollte ? oder ob wir es neu einspielen sollten.

"Electric Cafe" ist analog und mit Hilfe zusätzlicher digitaler Geräte eingespielt. Rückblickend wurde das Album aber doch gewürdigt, ein Kritiker hat es als ?noch minimalistischer als minimal? bezeichnet und die selbst sprechenden Vokalklänge herausgestellt. Und dieser Sprachcomputer waren damals halt noch sehr neu und wir haben mit neuen Computertechniken gearbeitet. Und es dauert sehr, sehr lange, dafür die Software zu schreiben. Man hängt da ziemlich lange drin, ist verliebt in diese Kompositionen und will das zu Ende bringen. Und gerade live öffnet uns das ganz neue Möglichkeiten. Es entwickelt sich alles, es ist ein Arbeitsprozeß, in dem ständig neue Sachen aufgegriffen und weitergeführt werden.


Seit dem 86er Album "Electric Cafe" haben KRAFTWERK bis heute keinen neuen Song veröffentlicht.

1990 gaben KRAFTWERK 5 Konzerte in Italien, danach stieg Wolfgang Flür aus und wurde von dem Tontechniker Fritz Hilpert ersetzt, Karl Bartos verließ die Band kurze Zeit späterEnde 1990.

Ralf Hütter, der KRAFTWERK nicht als Band, sondern als Lebensstil definiert, kann diesen Schritt bis heute nicht verstehen, doch Flür und vor allen Dingen Bartos wollten endlich wieder neue Musik veröffentlichen ? und was viel wichtiger war: sie wollten endlich mit anderen Musikern zusammenarbeiten.

Trotz der Ankündigung von Neuaufnahmen erschien 1991 mit "The Mix" lediglich ein Album, auf dem KRAFTWERK einige ihrer Klassiker neu und digital eingespielt hatten. Bartos war inzwischen von Fernando Abrantes ersetzt worden.

"The Mix" wurde zwiespältig aufgenommen. Die einen bewunderten das Geschick, den analogen Charme der Originale ins digitale Zeitalter gerettet zu haben, andere sahen es als überflüssige Denkmalsschändung an, oder wie es Dieter Meier von Yello in einem Interview mit mir formulierte: "Das ist, als wenn Du der Mona Lisa einen Bart anmalst.

Hütter selbst charakterisierte "The Mix" "als ein Livealbum" , denn es enthält die für die Bühnenshow eingespielten Versionen und Arrangements der alten Stücke.

Obwohl mit Songs wie "Die Roboter", "Trans Europa Express" oder "Autobahn" einige der Klassiker auf "The Mix" vertreten sind, fehlen Hits wie "Das Model", "Neonlicht" oder "Tour De France

Ralf Hütter
Wir haben zunächst die Stücke genommen, die sich gut zum Mixen eignen und die durch den Mix auch eine neue Gestalt annehmen. Die haben wir sehr schnell ausgewählt. Außerdem ist die Energie auf unseren Konzerten immer stärker als auf Platte, und da "The Mix" das wiedergibt, was wir heute live machen, klingen viele Stücke druckvoller und härter. Doch es gibt auch einige sehr lyrische Passagen.


Obwohl KRAFTWERK ? angeblich permanent ?an neuen Stücken arbeiten, ist bis heute kein neues Material veröffentlicht worden ? ebensowenig wie der bereits 1992 angekündigte zweite Teil von "The Mix".

Am 24. Mai 1997 gaben KRAFTWERK ein Konzert in Luton, England und am 18. Oktober 1997 eines in Karlsruhe.

Bei beiden Konzerte wurden neue Stücke präsentiert, die aufgrund ihres technoiden Charkaters vom anwesenden Publikum aber teilweise als instrumentale Bindeglieder zwischen den Klassikern angesehen wurden.

Ralf Hütter soll entsprechend frustriert gewesen sein, was - wen sollte es wundern ? wahrscheinlich zu einer neuerlichen Verzögerung eines Album führen wird.


1998 können Ralf Hütter und Florian Schneider zudem ihr 30jähriges Bühnenjubiläum feieren!






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