Einstürzende Neubauten

Datum 27.05.1998 20:52 | Thema: Interviews

Einstürzende Neubauten



Ich kann nicht sagen, daß ich die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN jemals wirklich gemocht habe. Beeindruckt haben sie mich stets.

Vielleicht auch deshalb, weil die Band aus Berlin stammte.



Nicht, daß ich auch für Berlin je übergroße Sympathien gehegt hätte, doch Ende der 70er war dort eine sehr eigenwillige, vom sonstigen Szeneklüngel (wie in Düsseldorf oder Hamburg!) fast völlig verschonte Szene entstanden, die der sich damals schon verflachenden "Neuen Deutschen Welle" das schmutzige, kaputte und atonale Gesicht zeigte: Musiker wie die heute zu Unrecht vergessenen Mania D., Frieder Butzmann oder Sprung aus den Wolken waren verquere, kantige Protagonisten, deren Klänge sich schon damals jeder modischen Etikette entzogen und die auch keine Probleme darin sahen, ihrer Musik ? wie im Beispiel Mania D. ? die seinerzeit höchst unmodischen und verhassten Freejazz-Elemente beizufügen.

Über all dem schwebten die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN. Sie waren die radikalste aller Bands und sie hatten von Anbeginn das nicht zu planende oder zu inszenierende Glück, sowohl echte "Street-Credibility" zu besitzen als auch von den Intellektuellen und der Kritik geliebt zu werden.

Und sie hatten grandiose Ideen, die, wie meist, aus der Not geboren wurden: In Ermangelung eines Übungsraumes oder Aufnahmestudios wurden die ersten Aufnahmen unter einer Berliner Autobahnbrücke eingespielt und auf dem hauseigenen Tape-Label "Eisengrau" veröffentlicht.

NEUBAUTEN-Kopf Blixa Bargeld verschickte die mit einer kleinen Aluminiumplatte versehenen Cassetten damals noch persönlich mit Begleitschreiben ? und das war auch mein erster, wenn auch lediglich schriftlicher Kontakt mit dieser Band.

Damals schon faszinierend und einzigartig war natürlich das Instrumentarium der Band.

Während andere Formationen immer noch anglo-amerikanische Punkmuster rauf und runter schrabbelten und sich der andere Part in die sequencergestützte Elektronik flüchtete, setzten die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN dort an, von wo auch andere Pioniere wie Kraftwerk oder Tangerine Dream ihren ureigenen Weg beschritten. Die Klänge der EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN waren eine neue Definition der "musique concrete" mit eigentlich sehr archaischen Mitteln: Sie benutzten zunächst fast ausschließlich Metallgegenstände, angefangen von Ambossen, gigantischen Stahlrohren bis hin zu selbstgebauten Eiseninstrumenten.

Die einzigen "konventionellen" Instrumente waren der Baß von Marc Chung sowie die Gitarre von Blixa Bargeld, die er bei den frühen Auftritten noch mit einem Rasierapparat zu traktieren pflegte.

Rückblickend erstaunt es mich selbst, wie oft ich diese Band schon live erlebt habe.

Erstaunlich ist dies insofern, weil die Auftritte der NEUBAUTEN bis weit in die 80er Jahre hinein ein durchaus schmerzhaftes Erlebnis waren: Die elektronisch verstärkten Stahlklänge ließen Augenlider zucken und gerade die frühen Auftritte waren eine sich zäh dahinziehende Zelebration von Blixa Bargelds Wut und Seelenleid.

Die Band besaß zudem immer noch genügend Punkgeist, um das ohnehin verwirrte Publikum nachträglich zu provozieren.

Ich vergesse nie ihren klassischen 81er Auftritt in der seligen Rotation zu Hannover, wo Blixa Bargeld dem lethargischen Publikum den heute schon klassischen Satz: "Ihr seid böse zu uns!" entgegen schleuderte und Schlagwerker F.M. Einheit meinem Freund Thomas ein Eisenfaß auf die Füße warf.

Thomas brach daraufhin sein Jurastudium ab und wurde Arzt. Musik verändert manchmal eben doch das Leben.

Applaus von der "falschen" Seite haben die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN nie akzeptiert, trotzdem konnte sie sich kaum dagegen wehren, vom "Spiegel" hofiert oder vom Goethe-Institut protegiert zu werden.

Und das wurde zum Problem. Blixa Bargeld beging den Kardinalfehler, sich als Literaturfetischist zu verkaufen. Das ging gut, solange er sich in kurzen Interviews durch Frechheit und Arroganz behaupten konnte. Die Maske fiel allerdings spätestens in Roger Willemsens akribisch vorbereiteten "Premiere"-Feature, in dem er ihn mit Goethe und anderen Klassikern der deutschen Literatur frontal konfrontierte und der hilflose, sich immer mehr in eine melancholische Laune trinkende Blixa Bargeld eben nicht mehr flüchten und mit heiserer Stimme lediglich ein "Sie haben sehr gut recherchiert, junger Mann" kontern konnte.

Dabei hätte es so einfach sein können. Blixa Bargeld ? und das unterstreichen seine Veröffentlichung in den 90er Jahren massiv ? ist eigentlich ein Weichei. Positiv ausgedrückt: Er ist ein hoffnungsloser Romantiker, der sich durch den selbst gewählten künstlerischen Ansatz jahrelang Steine in den Weg gelegt hat, bewußt (Kampf!) oder unbewußt (Feigheit, Eitelkeit oder Dummheit)

Auch seine zutiefst nihilistischen, zu Beginn ihrer Karriere den Weltuntergang beschwörenden Texte waren nie ein politisches Statement (zumindest kein vordergründiges!), sondern vielmehr die Illustration und Verkörperung tiefer Sehnsucht und Seelenpein.

Aufgrund des bizarren Instrumentariums wurde zudem schon zu Beginn ihrer Karriere geflissentlich übersehen, welcher Tradition die NEUBAUTEN wirklich verhaftet sind.

Frühwerke wie "Kalte Sterne" sind in Ausführung und Struktur geradezu altbackener Krautrock, der deutlich auf Blixa Bargelds Vorbild und Freund Rio Reiser verweist.

Dem gegenüber standen wirklich innovative, das Stahlwerk innovativ gebrauchende Ausbrüche wie "Tanz Debil" vom 81er LP-Debut "Kollaps", das zahllose Epigonen auf den Plan rief.

Doch gerade diese martialischen Klänge haben den Blick auf Blixa Bargelds Texte und sein zutiefst romantisches Innenleben verschleiert, wenn nicht sogar verfälscht.

Erstaunlicherweise gelten die Balladen und die melodischen Tracks im Kontext der NEUBAUTEN heute als ihre eigentlich "radikalen" Stücke. Songs wie "Stella Maris" von dem letzten Album "Ende Neu" oder das von Blixa Bargeld für Tim Isford mit Katherine Thalbach eingesungene Duett "Die ganze Zeit" demonstrieren eine Seite Bargelds, die eigentlich schon immer da war, die er selbst aber jahrelang versteckt hielt.

Wer die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN über die Jahre verfolgt hat, weiß natürlich, daß diese Band weit mehr zu bieten hat als stumpfes Berserkertum und martialischen Krach.

Songs wie "Armenia" von dem zweiten Album "Die Zeichnungen des Patienten O.T." offenbarten schon sehr früh die Fähigkeit der Gruppe, mit ihren rudimentären Mitteln geradezu epische, weite Klanglandschaften und Soundtracks zu kreieren. Und selbst ein Aufschrei wie das von dem 85er Album "Halber Mensch" stammende "Seele brent" unterstreicht, daß die NEUBAUTEN-Musik von harten Gegensätzen ? in diesem Fall von Flüstern und Schreien ? bestimmt ist.

All diese Dinge wurden zu ihrer Zeit zu spät erkannt und somit oftmals falsch bewertet.

"Schuld" daran hatte nicht nur die Band, die nicht nur auf Tonträgern, sondern auch live so gar nichts von einer Band an sich hatte und vielmehr an eine therapeutisch betreute Truppe auf einem Schrottplatz erinnerte, sondern nicht zuletzt NEUBAUTEN-Kopf Blixa Bargeld höchstselbst.

In der heutigen Medienlandschaft - in der sich jeder Künstler auf einem Silbertablett selbst dem idiotischsten Interviewer offerieren muß - geradezu unvorstellbar, waren Interviews mit Blixa Bargeld Mitte der 80er Jahre ein Wagnis ? und ein halbwegs überstandenes und verwertbares Gespräch mit ihm wurde gleich einer Trophäe in der Vita geführt.

Lediglich bei den Stranglers und bei den Sisters Of Mercy bin ich zu jener Zeit auf eine ähnlich geartete Aggressivität und Arroganz (intelligente Arroganz bei den Stranglers, Dummdreistigkeit bei den Sisters) gestoßen.

Die Intention war klar: Das Interview als Herausforderung und als Versteckspiel. Finde mich ? und wenn Du es nicht schaffst: Verpiß Dich!

Spätere Begegnungen und Interviews waren weit weniger drastisch als das nachfolgend geschilderte, doch stets schwebte eine Spannung, ein Unwohlsein im Raum.

Meine erste Begegnung mit Blixa Bargeld fand im Oktober 1985 statt.

Das Album "Halber Mensch" war gerade erschienen, ein Werk, das den NEUBAUTEN auch den internationalen kommerziellen Durchbruch und Anerkennung verschaffte.

Menschen, die die Geschichte der Gruppe bislang aufmerksam verfolgt hatten, mochten sich dennoch nicht so recht damit anfreunden.

Betreut vom Depeche Mode-Produzenten Gareth Jones enthielt das Album- abgesehen von dem an Brecht/Weill gemahnenden Titelstück ? nur wenig Neuerungen, wirkte statisch und durch den Gebrauch schon (zu) oft gebrauchter Reizwörter und Satzsequenzen streckenweise fast klischeehaft.

Trotzdem konnte die Band mit "Yü Gung" ihren ersten ? und neben "Feurio" und "Stella Maris" einzigen großen Szenehit verbuchen....!

Rückblickend ist "Halber Mensch" ein Album, das den bisher erarbeiteten Stil der NEUBAUTEN mit modernen, soundtechnischen Mitteln manifestierte, ein finales Statement einer Phase, von der die Formation zu neuen Ufern aufbrach.

Zugleich war das Album persönlicher als alles, was die Band bisher produziert hatte, auch wenn Songs wie "Z.N.S." Rückschlüsse auf den damals nicht gerade besten Gesundheitszustand Blixa Bargelds zuließen....

Die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN gastierten seinerzeit im legendären Soxs zu Hannover, das Interview fand vor ihrem Auftritt statt.

Bargeld lacht? Mitnichten! Ich bin damals schon lange vor dem Interview von mitfühlenden Kollegen gewarnt worden, daß ein Gespräch mit diesem Mann mit Sicherheit nicht ohne größere Komplikationen abgehen würde.

Sie sollten recht behalten.

Trotzdem war die Begegnung ein unvergeßliches Erlebnis, vielleicht auch gerade deshalb, weil Blixa Bargeld sich hartnäckig weigerte, persönliche Intentionen oder gar Gefühle zu offenbaren.

Was blieb, war zynische Arroganz und unverhohlene Aggressivität. Es war das erste und einzige Mal, daß ich mir ernsthaft Gedanke darüber machte, wie ich aus diesem Gespräch ohne physische Blessuren herauskomme....!

Das Interview als Kampf....!

Nachfolgend das Originalmanuskript des damaligen Interviews:



Beginnen wir gemach. Die NEUBAUTEN haben sich in der Zeit ihres Bestehens konzeptionell kaum verändert. Trotzdem scheint die Band auch heute noch einzigartig zu sein und fernab temporärer Strömungen zu agieren. Wie sieht Blixa Bargeld die NEUBAUTEN 1985?



Da kann ich nichts zu sagen. Da bin ich zu bescheiden!


Wieso zu bescheiden?



Soll ich mich hier selbst beschönigen, oder was? Dazu will ich nichts sagen! Das ist doch eine ziemlich klare Antwort, oder?!


Erster Anlauf gescheitert. Wenden wir uns dem neuen Album zu. Das Titelstück "Halber Mensch" ist ein a capella-Stück mit verschachtelten Gesängen und somit recht neu im bisherigen stilistischen Kontext der Band Warum diese Form....?



Weil der Text so lang ist, daß man sonst eine Doppel-LP damit hätte füllen können! Wir haben schon zweimal vorher versucht, es aufzunehmen, doch es ist uns in anderer Form nie so richtig geglückt. Außerdem wollte ich unbedingt etwas mit einem Chor machen ? und da hat sich das geradezu angeboten!


Verbindendes thematisches Element wie auch die ganze Haltung und Aussage der NEUBAUTEN ist geprägt von gesellschaftlicher und persönlicher Aussichtslosigkeit. Würde er sich als Nihilisten bezeichnen?



Nein


Als was dann?



Ich würde mich gar nicht bezeichnen, wenn ich nicht unbedingt muß. Und ich muß nicht unbedingt. Der Nihilismus war, soweit ich weiß, eine Kunstströmung der 60er und 70er Jahre, mit der ich nichts zu tun habe. Das war eine ganz andere Generation. Kann ich leider nichts mit anfangen. Ob ich mich hier als Nihilisten bezeichne oder nicht, kommt ziemlich auf dasselbe raus!
Möchte er dann mit seiner Musik eine Aussage machen?



Nein.


Wozu macht er dann Musik?



Um die Stromrechnung zu bezahlen. Und weil es im Studio fließend warmes Wasser gibt.


Das hört sich nun wirklich zu billig an....



Dann stell nicht so dumme Fragen!! Das sind idiotische Fragen! Die Frage haben sie schon den Bremer Stadtmusikanten in Grimms Märchen gestellt. Die haben gesagt: "Etwas besseres als den Tod können wir allemal finden". Das ist doch die Antwort! Die hat es damals schon gegeben. Und auf so alte Fragen möchte ich nicht antworten!


Die Texte zumindest scheinen viel persönlicher geworden zu sein, nachdem sie in früheren Zeiten oft zu plakativ den nahen Weltuntergang beschworen hatten, ein Ereignis, das logischerweise nie eintrat.....



Zitat?


Fällt mir im Moment natürlich keines ein....



Eben! Das ist nur ne Medienlegende!


Also waren die Texte stets eine rein persönliche Reflexion?



Waren sie immer. Die Texte sind insofern subtiler geworden, als daß ich früher nie Texte geschrieben habe, sondern einfach spontan um ein bestimmtes Skelett improvisiert habe. Die Texte auf "Halber Mensch" dagegen sind überwiegend geschrieben, ich habe sie in irgendwelchen Situationen niedergelegt...


Stimmt mein Eindruck, daß sich Blixa in dem Chaos, das er inszeniert und zelebriert, oft und gerne als Sieger und Held emporsteigen sieht, wie z.B. in dem Song "Ich bin das letzte Biest am Himmel"?



Gerade "Das letzte Biest" ist eine reine Improvisation. Es ist auf der Bühne spontan entstanden und ist einer der Texte, die überhaupt nicht geschrieben wurden. Aber ich sehe das Chaos nicht, das du erwähnst!


Mit Chaos meine ich die desolaten und zerstörten Zustände, die er sowohl verbal als auch musikalisch ausdrückt. Der Musik fehlt oft die Struktur und verweist somit darauf, daß das Chaos der äußeren Zustände auch auf ihn selbst bezogen ist.



Ja? Also, Chaos ist der Zustand des Kosmos vor seiner Entstehung. Die absolute Unordnung aller Partikel. Das ist Chaos. Und damit kann ich "Letztes Biest" nicht in Zusammenhang bringen. Und ich fühle mich auch nicht dafür verantwortlich, dir jetzt hier zu erklären, was das bedeutet. Das weiß ich auch nicht so genau.


Wenn das Stück auf der Basis purer Improvisation entstanden ist, dürfte das auch nicht ganz einfach sein....



Es ist in einem bestimmten Zustand entstanden, für den ich mich nicht so recht verantwortlich erklären würde. Ich bin zwar der Typ, der es gesungen und geschrieben hat, aber für den Zustand, in dem ich es gemacht habe, fühle ich mich nicht verantwortlich!


Übernimmt er für seine Musik also keine künstlerische Verantwortung?



Nein


Im Vergleich zu früheren Stücken fällt bei "Halber Mensch" die Beschäftigung mit Blixas organischen Leiden auf und lassen auf seinen nicht gerade blendenden Gesundheitszustand schließen....



Das war nicht geplant, hat sich letztendlich aber so ergeben. Und in der Art und Weise sind auch die Stücke geordnet. Die erste Seite handelt mehr oder weniger vom Nächtedurchmachen , die zweite mehr von emotionalen Ausbrüchen...


Trotz der Tatsache, daß die NEUBAUTEN musikalisch kaum einzuordnen sind, scheinen sie zumindest textlich einer Tradition verhaftet. Wie anders ist Blixa Bargelds Vorliebe für archaische, kaum mehr verwendete Begriffe zu erklären...?! Sehen sich die NEUBAUTEN zumindest hier in einer bestimmten Tradition?



Au, das ist eine harte Frage. Ich glaube nicht, daß ich die beantworten möchte... Ich glaube nicht. Ich sehe den roten Faden in Sachen, wo man sie normalerweise nicht sieht. Als ich angefangen habe, die Sachen mit Nick Cave zu machen, hatte ich den Hintergedanken, Bands wie SPK oder Test Departement etwas entgegenzusetzen, denn das ist nicht meine Schule, das ist nicht dasselbe, das ist nicht, wovon ich rede....!


Doch gerade britische Bands wie Test Departement, die die Ideen der NEUBAUTEN recht direkt übernommen haben, sind doch deren geistige Kinder...



Das ist richtig, aber es ist doch falsch, mit diesen Gruppen in Zusammenhang gebracht zu werden. Ich mag Test Departement sehr gerne, aber der Zusammenhang zwischen uns und Nick Cave wurde komischerweise nie hergestellt, obwohl er von der Intensität, die beide Gruppen besitzen, einfach näher liegt. Und das ist für mich eigentlich ein roter Faden, ein Zusammenhang, in dem ich mich selbst gerne sehe.


Sieht er auch einen roten Faden in der Tradition deutscher Musik?



Ja. "Ton Steine Scherben", die wir alle immer sehr geliebt haben, obwohl wir musikalisch nichts gemein haben. Aber die Haltung ist identisch.


Aber waren "Ton Steine Scherben" nicht um ein Vieles moralischer und ideologischer?



Sind wir das nicht?


Soweit ich es verstehe, nein!



Ich habe "Ton Steine Scherben" auch nie als moralisch gesehen, einfach als ehrlich


Sprach?s, nahm noch einen kräftigen Schluck aus der Wodkaflasche und begab sich alsbald auf die Bühne.....!

Selbstverständlich würde ich dieses Interview heute in einer anderen Form führen, doch rückblickend ist es insofern interessant, als daß Blixa Bargeld sich neu orientieren wollte, doch selbst nicht genau wußte, wohin die Reise geht.

Seine gemeinsamen Arbeiten mit Nick Cave als Musiker der Bad Seeds begann zu jener Zeit gerade erst ? und wie stark gerade Nick Cave Blixa Bargeld beeinflussen sollte, konnte man erst in den 90er Jahren erkennen.

Trotz des oben dokumentierten Erlebnisses habe ich Blixa Bargeld in den folgenden Jahren noch 5mal interviewt. An seiner Haltung, nicht allzuviel von sich preis zu geben, hat sich wenig verändert. Es gibt heute mehr Sujets innerhalb des NEUBAUTEN-Kontextes, über die man sich unterhalten kann, doch letztendlich bleibt Bargeld ein extrem intuitiver Künstler, der nur sehr schwer das eigene Tun und Schaffen reflektieren kann.

Und das geht schon in Ordnung...





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